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Respekt aber keine Punkte gegen den Spitzenreiter – Neusser HV unterliegt dem TSV Bonn rrh. klar

Am Ende jubelten wieder die Bonnerinnen – aber dieses Mal eher erleichtert. Obwohl die Regionalligahandballerinnen des Neusser HV auch im Rückspiel gegen den Spitzenreiter TSV Bonn rrh., deutlich mit 13:25 (3:11) unterlagen, war die Stimmungslage beim um den Klassenerhalt kämpfenden, heimischen Team deutlich besser. Geradezu aufopferungsvoll stemmten sich die Gastgeberinnen über sechzig Minuten gegen die drohende Niederlage und machten es dem Ligaprimus alles andere als leicht zu Toren zu kommen. Leider fanden die Neusserinnen erst in der zweiten Halbzeit den Zug zum gegnerischen Tor, sodass trotz der hervorragenden Defensivleistung, bereits zur Pause nicht mehr an eine faustdicke Überraschung zu denken war. Dennoch ernteten die Neusserinnen den Respekt des Gegners, der nur scheinbar leicht zum Auswärtssieg kam. Für die Gastgeberinnen, die nun zum Tabellenzweiten Fortuna Köln reisen (Samstag, 24. Februar, 19.30 Uhr), ein Mutmacher für die kommenden Aufgaben.

 

Wer erst nach zwanzig Minuten den Weg ins Neusser Hammfeld gefunden hatte, wird sich gefragt haben, ob die Partie gerade erst angepfiffen wurde. 0:6 prangte zu diesem Zeitpunkt an der Anzeigetafel. Eine Minute später erlöste Lisa Klause mit dem ersten Treffer der Partie für die Gastgeberinnen, auch das Neusser Publikum. Die hatten bis dahin eine richtig starke Vorstellung ihrer Sieben gesehen – aber nur in der Abwehr. „Was die Mädels über die gesamte Spielzeit in der Defensive gezeigt haben, war mehr als regionalligareif!“, sagte ein in dieser Hinsicht zufriedener Trainer Christian Hentschel. Statt in der gewohnten 5:1-Deckung, liefen die Neusserinnen dieses Mal wechselweise in der 6:0 und 4:2-Deckung auf. Ein Rezept, dass den Bonnerinnen nicht zu schmecken schien. „Leider ist das Grundniveau der Bonner Deckung so gut, dass wir einfach noch nicht über ausreichende Mittel, und in der ersten Halbzeit auch noch zu viel Respekt, verfügen. Erst in der zweiten Halbzeit haben wir es auch da besser gemacht“, bilanzierte der Neusser Coach. Bis dahin war die Partie aber fast schon entschieden. Beim 3:11 wechselten die Gegner die Seiten.

 

Auch im zweiten Durchgang wuchs der Vorsprung der Gäste, die nun auch punktemäßig alleiniger Tabellenführer der Regionalliga Nordrhein sind, weiter. „Dann folgte unsere stärkste Phase, sowohl defensiv als auch offensiv. Wir konnten noch einmal auf 10:18 (49.) verkürzen aber mussten dann unseren Kranken auch Tribut zollen.“, sagte Hentschel weiter. Die Neusserinnen versuchten es in den letzten Minuten noch einmal mit einem System- und Personalwechsel, doch dieser zog nicht mehr entscheidend. Auch ein paar unglückliche Entscheidungen des insgesamt sehr freizügig pfeifenden Gespanns, gab den Bonnerinnen noch einmal die Gelegenheit zu erhöhen, sodass am Ende ein zu deutlicher 13:25-Auswärtserfolg für die Gäste zu Buche stand. „Wir können trotzdem mit großen Teilen unserer Leistung zufrieden sein und haben einige Teilziele für heute erreicht. Das macht Mut für die nächsten Hürden!“, sagte der NHV-Coach abschließend.

 

Die nächste Partie führt die Neusserinnen nach Köln. Beim Ligazweiten Fortuna Köln, die im Hinspiel knapp die Punkte aus Neuss entführen konnten, soll der Aufwärtstrend fortgesetzt werden. Anwurf in der Sporthalle am Südstadion ist am Samstag, 24. Februar 2018, um 19.30 Uhr.

Gegen das Bonner Bermudadreieck nur krasser Außenseiter

Neusser Regionalligahandballerinnen erwarten den Tabellenführer

 

Neusser HV gegen TSV Bonn rrh. oder „David gegen Goliath“ – die Favoritenrolle könnte kaum eindeutiger verteilt sein. Wenn der aktuelle Tabellenführer der Regionalliga Nordrhein am kommenden Sonntag (18. Februar, 16.30 Uhr) seine Visitenkarte im Neusser Hammfeld abgibt, dann mit der Empfehlung der mit Abstand besten Abwehr der Liga, die ihre Gegner regelmäßig deutlich unter zwanzig Treffern hält und sich bisher nur einen Ausrutscher erlaubte. Kein Wunder also, dass NHV-Trainer Christian Hentschel vom „Bonner Bermudadreieck“ spricht, gegen das sein Team als „krasser Außenseiter“ antreten wird.

 

„Bonn kann sich in dieser Saison eigentlich nur selbst schlagen“, sagt Trainer Christian Hentschel anerkennend über den Ligaprimus, der bisher fast jeder Mannschaft, mit seiner 3:2:1-Abwehr, den Nerv gezogen hat. Nur der TuS Königsdorf schaffte die Überraschung und knöpfte dem Team von Trainer Jochen Scheler beide Punkte ab. Am vierten Spieltag, eine Woche nach dem 38:14-Kanterheimsieg gegen den Neusser HV, fehlten den kommenden Gästen, allerdings zahlreiche Leistungsträgerinnen. Gegen die weitere Konkurrenz beeindruckten die Bonnerinnen in den Spitzenspielen. Chancenlos blieben sowohl der ärgste und noch punktgleiche Verfolger Fortuna Köln (35:20), als auch die drittplatzierten Landeshauptstädterinnen, die ihr Heimspiel gegen den TSV mit 16:20 verloren. „Gegen Düsseldorf hat der Angriff nicht brilliert aber die Abwehr war einfach überragend. Das entscheidet Meisterschaften und wäre der verdiente Lohn für die nachhaltige Arbeit, die in diesem Verein geleistet wird.“, sagt der Neusser Trainer, der das Kollektiv der gut ausgebildeten Spielerinnen hervorhebt aber auch mit der erstligabewährten Maja Klingenberg und der erfahrenen Claudia Behrens, zwei wichtige Säulen ausmacht.   

 

Also die Punkte schön verpacken und gleich bei der Anreise in die Tasche der Gäste stecken? „Nein?!“, antwortet der Coach irritiert. „Einerseits haben wir aus dem Hinspiel noch etwas gut zu machen und wollen beweisen, dass wir es besser können und uns entwickelt haben. Andererseits haben wir in Heimspielen, zusammen mit unserem Publikum, schon einiges bewegt!“, sagt Hentschel entschlossen, der von seinem Team erneut bedingungslosen Einsatz und Kampfeswillen einfordert.  Bangen müssen die Neusserinnen allerdings noch um den Einsatz der einen oder anderen Spielerin, die an den Nachwehen des letzten Spiels und der Karnevalstage laborieren.

Chancenlose Neusserinnen verirren sich im Bonner Abwehrdreieck

Heftige Pleite beim Meister TSV Bonn rrh.

 

Mittelrheinmeister gegen Ligaachten der Oberliga Niederrhein – die befürchtet hohe Hürde beim TSV Bonn rrh., sollte für die Neusserinnen unüberwindbar bleiben. Es wurde sogar eine Lehrstunde für den personell gebeutelten Neusser HV, der am 3. Spieltag der Regionalliga Nordrhein der Frauen, eine überdeutliche und in der Höhe verdiente 38:14 (21:8)-Auswärtsniederlage kassierte. Die Gastgeberinnen benötigten nur eine Viertelstunde Anlaufzeit, ehe sie den Gästen vorzeitig jede Hoffnung nahmen. Diese präsentierten sich immer wieder übereifrig und hektisch, verzettelten sich in der fast lehrbuchmäßigen 3:2:1-Deckung des TSV oder schossen reihenweise Fahrkarten. Dass es auch anders gegangen wäre, zeigten sie nur nach der Auszeit in der ersten Hälfte. Doch das kurze Aufflackern und die Treffer zum 5:9 (16.), sorgten nicht für die nötige Ruhe und taktische Disziplin, die hernach wieder über Bord ging. Zwar wehrten sich die Neusserinnen auch in Halbzeit zwei nach Kräften, doch da hatten sich die Bonnerinnen längst in einen Torrausch gespielt.

 

„Bonn hat uns unsere Baustellen, vor allem im Angriff, schonungslos aufgezeigt. Abhaken und weitermachen – das wird dieses Mal nicht so einfach gehen!“, sagte Trainer Christian Hentschel nüchtern. Dieser beobachtete schon in der Anfangsphase, wie sein Team Lehrgeld zahlen musste. Agierte die neuformierte Deckung der Quirinusstädterinnen noch engagiert und durchaus standfest, bis die Gastgeberinnen ins Zeitspiel kamen, nutzten diese jede kurze Unaufmerksamkeit, um doch noch ein Tor zu erzielen. Das sorgte offenbar für Unruhe bei den Gästen, die unbedingt antworten wollten. Statt sich an das besprochene Konzept zu halten, verfielen die Neusserinnen gleich in uneffektive, hektische und kraftraubende Aktionen, die den Bonnerinnen in die Karten spielten. „Wir waren zu nah an der Deckung, ohne Bewegung und mit viel zu vielen Einzelaktionen“, sagte Hentschel kopfschüttelnd. Ohne Mühe erspielte sich der Favorit eine beruhigende 9:3-Führung (14.), die die Neusserinnen nach einer Auszeit und geduldiger gespielten Angriffen, zwar noch einmal auf 9:5 (16.) verkürzen konnten aber danach sofort wieder jede Stabilität verloren. Der TSV startete, nach noch verhaltenem Beginn, seinen Torrausch und setzte eine 12:2-Serie bis zum Halbzeittee hin.  

 

„Wir wollten in der zweiten Halbzeit einfach mehr Dinge richtig machen. Aber Bonn war gnadenlos und hat uns nicht mehr ins Spiel gelassen.“, so Hentschel zur Halbzeitansprache und dem weiteren Verlauf. Tatsächlich waren die Bonnerinnen nicht mehr gewillt ihren Torhunger auszusetzen und agierten weiterhin kompromisslos und aggressiv in der Abwehr, gegen die die Gäste nun zwar geduldiger agierten aber auch zunehmend mit einfachen Fehlern und mit weiterer Spieldauer, auch mit weniger Überzeugung. Ein Gegenstoß nach dem Anderen rollte nun auf das NHV-Gehäuse, der sich die glücklose Jule Sorg kaum erwehren konnte. Erst die eingewechselte Wiebke Hagedorn verhinderte das Erreichen der 40-er Marke für die Gastgeberinnen, die noch einige Paraden zeigen konnte. „Der TSV ist sicher nicht unser Gradmesser. Da kann man schon einmal unter die Räder geraten. Wir hätten es in der ungewohnten Formation zwar besser machen können aber ich werde den Teufel tun und den Stab über die Spielerinnen brechen, die sich heute Abend dieser schweren Aufgabe gestellt haben. Aber – wir müssen als Team miteinander besprechen, welche Lösungen für uns möglich sind. Was wir vor allem im Training verändern können!“, sagte der Neusser Coach abschließend.

 

Diese Lösungen werden schon für das kommende Heimspiel gegen den SC Fortuna Köln von Nöten sein. Die Kölner Südstädter reisen am Sonntag (7. Oktober 2017, 16.30 Uhr) mit einer blütenweißen Weste ins Neusser Hammfeld und werden vor Selbstvertrauen nur so strotzen. „Wir kennen die Fortuna aus der Vorbereitung. Neben Kampf und Leidenschaft, werden wir besser spielen müssen, um unsere Chancen auf einen Erfolg zu wahren!“, sagt Hentschel vorausschauend.

 

Vorbericht – NHV D1 – TSV Bonn – 30.09.

Neusser Damen reisen als Außenseiter zum Mittelrheinmeister

 

Improvisation ist seit jeher Trumpf beim Neusser HV. Vor dem Duell beim amtierenden Mittelrheinmeister TSV Bonn rrh. (Samstag, 30. September 2017, 17.30 Uhr, Ringstraße in Bonn), galt diese Devise bereits in der vergangenen Trainingswoche. Krankheitsfälle und Abwesenheiten, ließen den ohnehin schmalen Kader, noch weiter zusammenschrumpfen, sodass am Dienstag nur noch fünf Spielerinnen zum Abendtraining erschienen. Auch am Wochenende werden die Neusserinnen mindestens vier Spielerinnen, darunter gleich zwei Kreisläuferinnen, mit Lisa Klause und Alina Neuer, ersetzen müssen. Ein neu formiertes Team, kaum Training – die Voraussetzungen könnten besser sein. Doch den Kopf in den Sand zu stecken, das scheint den heimischen Balljägerinnen fremd zu sein, wie Trainer Christian Hentschel sagt: „Mein Team hat am Samstag keinen Druck – nicht ein bisschen! Der liegt klar bei Bonn. Wir können dagegen nur gewinnen! Wenn wir einhundert Prozent Einsatz bis zur letzten Sekunde zeigen und füreinander gekämpft haben, sind wir bereits Gewinner!“

 

Ob der Einsatz alleine ausreicht, um gegen den Mittelrheinmeister der letzten Saison, die in der Relegation zur 3. Liga, nur hauchdünn am Niederrheinvertreter TB Wülfrath scheiterten, ausreichen wird, um Zählbares mitzunehmen? Wohl nicht alleine, denn das Team von Trainer Jochen Scheler ist eine erfahrene und seit Jahren gewachsene Einheit, die gleich zu Saisonbeginn in Fahrt gekommen zu sein scheint. Mit dem klaren 32:21-Auftaktsieg gegen die Turnerschaft St. Tönis, setzten die Bonnerinnen ein erstes Ausrufezeichen, dem der knappe 20:21-Auswärtserfolg beim Dünnwalder TV folgte. „Eine aggressive 3:2:1-Abwehr, ein variantenreiches Offensivspiel und individuell haben sie jede Position gut und unterschiedlich besetzt“, sagt der Neusser Coach anerkennend. Vor allem die Achse Rückraum und Kreis, mit der bundesligaerfahrenen Maja Klingenberg und Carina Senel, die die Lücken für die Shooterinnen schaffen, müssen die Neusserinnen in den Griff bekommen.

 

Dabei wird der Fokus der Quirinusstädterinnen noch viel mehr auf der eigenen Offensive liegen, die in der vergangenen Partie nicht nur eine Vielzahl von technischen Fehlern produzierte, sondern auch im Torabschluss oft haderte. „Wir können und werden uns offensiv besser präsentieren!“, sagt Trainer Christian Hentschel zuversichtlich, obwohl die fehlerprovozierende, offensive Deckung der Gastgeberinnen, Schlimmes befürchten lässt. Dem entgegnet der Coach aber unbeirrt: „Wir hatten einen echt gebrauchten Tag im Angriff. Dann ist es aber auch egal, gegen welches System man spielt. Wir decken selbst eher offensiv, auch im Training, sodass wir genügend Lösungen dafür haben sollten – auch in veränderter Formation!“ Dabei helfen werden auch der erneute Einsatz der A-Jugendlichen Annika Holzke, Debütantin Katarina Raspudic und Marie Schlosser. Letztere soll die entstandene Lücke am Kreis füllen, während Raspudic und Holzke den etablierten Rückraumkräften eine Pause geben können.