Kategorie: QuirinusCup

Neusser Handballverein vor komplexem Neuanfang im Jahre 2020

Mit der Ankündigung der anstehenden Insolvenz  der HC Rhein Vikings UG (haftungsbeschränkt), als wirtschaftlicher Träger des Spielbetriebs der 1. Herren der HSG Neuss Düsseldorf in der 3.Liga, wird  dem Neusser Handballverein als Gesellschafter und Lizenzträger der Beginn der 20er Jahre nicht leicht gemacht.

Nachdem im letzten Jahr mit der Insolvenz der HC Rhein Vikings Spielbetriebs- und Marketing GmbH und der Gründung der HC Rhein Vikings UG (haftungsbeschränkt) der Grundstein gelegt wurde für eine sportlich durchaus erfolgreiche Saison 19/20 mit derzeitigem 9. Platz nach 18 Spielen und einem positiven Punkteverhältnis von 19:17 Punkten, ist es eine schmerzliche Erkenntnis, dass aufgrund der nicht erfolgreichen Konsolidierung und wirtschaftlichen Entwicklung nun dieser Schritt erforderlich ist.

Nun steht der Neusser Handballverein e.V. vor einer vom Vereinsvorsitzenden Martin Eggert als „back to the roots“ bezeichneten Situation.

Martin Eggert erklärte sich im November 2019 bereit, den nach eigenem Wunsch ausgeschiedenen Geschäftsführer der HC Rhein Vikings UG (haftungsbeschränkt) Daniel Pankofer interimistisch zu ersetzen. „Der Entscheid fiel mir nicht leicht, da ich bereits mit der Vereinsführung und den damit verbundenen Aufgaben sowie der Vorbereitung des QuirinusCups 2020 sehr gut ausgelastet war. Allerdings war es geboten, der 1. Mannschaft und dem spürbaren sportlichen Aufwind die Grundlage zu schaffen, diese Saison dazu zu nutzen, Fans und Mitgliedern das Erlebnis Handball in bester Form zu präsentieren. Volker Staufert hat mich gebeten, diese Position zu besetzen und nachdem wir bereits viele Jahre gemeinsam die Aufgaben rund um den Neusser Handball erfüllen, war mein Schritt dann getan. Die Tatsache, dass die wirtschaftlichen Grundlagen eine Fortführung des Spielbetriebs der HC Rhein Vikings UG (haftungsbeschränkt) nicht zulässt, ist nun Anlass genug, die bereits formulierten Zielsetzungen des Neusser Handballvereins mit Hochtouren weiterzuverfolgen und eindeutige Signale zu setzen. Ich bin hochmotiviert die von vielen geforderte Rückbesinnung auf den Neusser HV voranzutreiben und den Handball unter einer Flagge des NHV in allen Abteilungen zu vereinen.“

So war es in der Zwischenzeit zu verschiedenen, z.T. für manchen nicht einfach zu überblickenden Verpflichtungen in Gesellschaften, Gemeinschaften und Vereinen gekommen, die eine eindeutige Verortung des Handballs in Neuss schwierig machten.

Der Neusser Handballverein e.V. war stets zumindest Mitgesellschafter der Spielbetriebsgesellschaften, die für die 1. Mannschaft und die männlichen Leistungsmannschaften wirtschaftlich verantwortlich waren. Darunter nhv1 GmbH, HC Rhein Vikings Spielbetriebs- und Marketing GmbH und der der HC Rhein Vikings UG (haftungsbeschränkt).

Nach dem großen sportlichen Erfolg der 1. Mannschaft gründete der NHV mit der ehemaligen Handballabteilung des ART Düsseldorf die HSG Neuss Düsseldorf um den Ansprüchen bzgl. Spielstätte und leistungsmäßigen Unterbau der männlichen Abteilung im 2.Liga Betrieb zu genügen. Die Gemeinschaft mit dem ART wurde durch Differenzen mit der Stadt Düsseldorf und einigen Protagonisten zum 30.06.2019 aufgelöst. An die Stelle des ART trat nun der Rhein Vikings e.V. mit Sitz in Düsseldorf. Die HSG bestand so bis zum heutigen Tage weiter.

Inzwischen wurde es für den Neusser HV aufgrund des Fehlverhaltens eines Übungsleiters und Mannschaftsbetreuers notwendig, eine Kooperation mit DJK Adler Königshof und dem Rhein Vikings e.V. einzugehen, um den A-Jugendlichen die Teilnahme an der Jugendhandballbundesliga zu ermöglichen. Mit dem Ende der Saison 19/20 wird diese Kooperation nicht fortgesetzt und die Aktiven kehren zurück in den Jugend- und Seniorenbereich des Neusser Handballvereins.

Die HSG Neuss Düsseldorf wird nach der Saison 19/20 ebenfalls nicht fortgesetzt, da dies aus Gründen der Konsolidierung notwendig ist.

Die Damen haben sich unter der Leitung des Cheftrainers Bernd Mettler zu einem eingeschworenen Team entwickelt und stellen sich als schwungvolle motivierte Truppe dar. Interessierte sind jederzeit willkommen zu einem Probetraining vorbeizuschauen und sich selbst ein Bild von der Faszination Handballsport und Teamgeist zu machen.

 

Der Neusser Handballverein e.V. steht nun vor der Wiedervereinigung von männlicher und weiblicher Abteilung. Die Zusammenführung eröffnet neue Möglichkeiten von synergetischen Trainingsformen und durchgängigen sportlichen Grundlagen für alle Altersklassen und Spielklassen. Gleichzeitig wird die Kommunikation zwischen den Abteilungen gefördert, wie zuletzt bei der von vielen Vertretern aller Abteilungen besuchten Jahresabschlussfeier am 21.12. im Hammfeld.

Martin Eggert zur zukünftigen Entwicklung: „Wir möchten uns vom 29. Mai bis zum 31. Mai auf dem Handballcampus des QuirinusCups zu einer unbeschwerten Feier des Handballs mit unseren internationalen Gästen treffen und den Austausch von Aktiven und Schiedsrichtern fördern. Die Rückbesinnung auf unsere Wurzeln ist eine wichtige Phase der Erkenntnis.

Wir können aus den letzten Jahren und die Abhängigkeit von Einzelpersonen nur lernen, dass wir bei aller Begeisterung für Leistungshandball in 3. und 2. Liga grundlegende Dinge versäumt haben und Fehler gemacht haben. Auch wenn die aktuelle Steuergesetzgebung und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durchaus Strukturen der Unternehmensführung erfordern, so ist der Verein aus der Mitte der Gesellschaft am Ende ein Abbild eben dieser und kein Wirtschaftsbetrieb.

Jetzt stehen wir vor der großen Herausforderung den Handball in Neuss für die nächsten Jahre stabil aufzustellen und die Erfahrungen aus der Vergangenheit dazu zu nutzen, Fehler zu vermeiden und der ganzen Idee ein belastbares Fundament zu verschaffen.

Dieses Fundament muss durch ein robustes Mandat der gemeinsam getragenen Werte und Überzeugungen sein, die meines Erachtens die Grundlage unserer sportlichen und sozialen Gemeinschaft sein müssen.

Erfolg und Leistung – Fairness und Gerechtigkeit  – Gesetzestreue – Vergleichbarkeit – Popularität.

Diese Eckpfeiler gilt es mit Herzblut und Verstand zu vermitteln und zu vertreten, dafür stehe ich und wünsche mir von Aktiven und Freunden dafür tatkräftige Unterstützung auf dem Weg „back to the roots“

 

Schiedsrichter Nachwuchs dringend gesucht

(nhv/ME) Es ist kein Geheimnis und es bedarf sicher auch keiner Erläuterungen – jeder im aktiven Spielbetrieb kennt den Mangel an Schiedsrichtern. Die Frage, die sich stellt, ist der Umgang und die Motivation mit diesem Problem.

Für das Jahr 2019 zählt der Deutsche Handballbund aktuell 21.429 Unparteiische, das sind rund 2.000 weniger als bei der letzten Erhebung 2017 (23.581).

„Viele Spielklassen können bereits nicht mehr mit Gespannen oder auch nur einem neutralen Schiedsrichter besetzt werden“, warnt Wolfgang Jamelle, Schiedsrichterwart im DHB.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Viele Schiedsrichter hören schnell bzw. viel zu früh auf, Nachwuchsschiedsrichter werden nach der Ausbildung nicht ausreichend betreut oder machen zu viele negative Erfahrungen, sodass sie die Lust verlieren. Gerade die Beschimpfungen von Eltern gegen junge Schiedsrichter bei Kinder- und Jugendspielen sind ein häufiges Ärgernis. 

Daher schließen wir uns als NHV gerne dem Handballknigge des Freundeskreis des Deutschen Handballs e.V. an, den wir als PDF auch zum Download anbieten.

Wichtiger ist jedoch die Art und Weise wie junge Aktive dazu angehalten bzw. motiviert werden können, den Weg als Schiedsrichter zu beginnen. Maßnahmen wie e-Learning als Tablet Workshops zu Hause bzw. Online-Tutorials erscheinen doch arg dem Zeitgeist aber nicht der Praxis geschuldet.

Strafen bis hin zum Punktabzug bei der höchst spielenden Mannschaft treffen die Vereine zwar im Mark aber werden wohl mit den induzierten Zwangsmaßnahmen kaum zu einer positiv besetzten Erfahrung zur Mitnahme junger Talente führen.

Meines Erachtens sind gelebte positive Erfahrungen der beste Weg zum Mitmachen und Nacheifern geeignet. So haben wir in der Weiterentwicklung des QuirinusCup ganz eindeutig Wert auf junge Talente gelegt und durch die Zusammenarbeit mit dem Jugendförderkaders des HVN unter der Leitung von Ex-Zweitligaschiedsrichter Martin Mende einen entscheidenden Schritt in Richtung beispielhafter Zusammenarbeit mit den Schiedsrichterverbänden und Offiziellen getan. Inzwischen ist der QuirinusCup ein Einladungsturnier für Schiedsrichter und Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit Thomas Büschgens Schiedsrichterwart des TV Korschenbroich entdecken wir weiteres Verbesserungs- und Werbepotential.

Die ausgezeichneten Leistungen der Gespanne beim QuirinusCup und die Rückmeldungen vieler sportlicher Leiter geben uns Recht diesen Weg weiter zu beschreiten und am Ende hoffen wir auch in den eigenen Reihen Interesse dafür zu wecken, diesen Talenten zu folgen und den Schritt als Jungschiedsrichter zu wagen.

Einen kleinen Einblick in den JFK vom HVN erhält man hier bei handball-world.news.

Wir appellieren an alle Interessierten den Schritt zu wagen und verweisen an dieser Stelle an unseren Schiedsrichterwart Simon Stegemann, der Euch gerne weiterhilft um die ersten Hürden zu meistern.





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