Die Presse zum Spiel der „Jungen Wilden“

Alyssa Pannwitz stellt in der NGZ treffend fest:“Leistungshandball ohne Haftmittel ist nicht vorstellbar“

„Wir haben heute zu viele Chancen liegen gelassen“, ärgerte sich der Neusser Trainer Josip Jurisic. „Trotzdem haben wir nur mit zwei Toren verloren, eigentlich hätte ein deutlicher Sieg für uns herausspringen müssen. Wenn du schon unten stehst, funktioniert dann auch nicht mehr viel. Und ich muss auch zum ersten Mal in dieser Saison sagen, dass wir von den Schiedsrichtern absolut benachteiligt wurden. Einen Siebenmeter für uns und zehn für Bonn ist meiner Meinung nach schon ziemlich eindeutig.“

So der sportliche Leiter zum Spiel gegen TSV Bonn rrh.

Hier geht es zum ganzen Artikel in der NGZ

Auch die Harzhelden berichten über die Probleme des NHV -> hier der Artikel

U17 der NHV-Youngsters ebenfalls mit einem Punktgewinn am Wochenende

(nhv/JF) Ebenso, wie die U19, holt sich die U17 mit einer starken kämpferischen Leistung, einen Punkt beim Auswärtsspiel in Belgien. 
Dabei sah es in den ersten 10 Minuten alles andere als gut für die Youngsters aus.
Denn nach einigen Fehlern und Nachlässigkeiten, sowohl in der Offensive, als auch in der Defensive, konnten die Hausherren in der 9. Minute auf 7:1 in Führung gehen. 
Erst ein Time-Out, vom Trainergespann Julian Fanenbruck und Melissa Penner, brachte das Team wieder in die Spur und man arbeitete sich auf ein 13:13 in der 20. Minute heran. Über eine gute Torhüterleistung von Jakob Stein und einer immer aggressiver werdenden Defensive, gelang es mit 14:15 in die Halbzeitpause zu gehen. 
Ein ungünstiger Zeitpunkt für das Team. Denn hatte man sich gerade in eine gewisse Konstanz gespielt, so fehlte diese wieder nach der Pause. Zwar gelang es noch den ersten Angriff des HC Eynatten abzuwehren und den darauffolgenden zu verwerten, brachten kleinere Schwächephasen in der Abwehr und technische Fehler in der Offensive, die Gastgeber wieder in die Partie und so stand es nach 40 Minuten wieder Unentschieden (20:20).
In den darauffolgenden Minuten, blieb das Spiel ein offener Schlagabtausch. Lediglich 4 Minuten vor Ende der Partie konnten die Neusser noch einmal mit +2 (22:24) in Führung gehen. Durch einige Fehlerwürfe in den letzten Minuten wurde klar, dass das nochmal ein enges Ding wird und es in aööe Richtungen gehen kann. 
20 Sekunden vor Schluss, beim Stand von 26:26, bekamen die Gäste noch einmal einen Angriff, der allerdings mit einem Fehlpass ins Leere ging. 

Cheftrainer Julian Fanenbruck sieht es als ein gerechtes Unentschieden an. „Natürlich hätten ich gerne 2 Punkte mitgenommen, vor allem nach der verschlafenen Anfangsphase, aber am Ende geht das Unentschieden in Ordnung. In den ersten Minuten wurden wir dominiert, danach haben die Jungs sich aber super gefangen und bis zum Schluss alles reingehängt, was sie hatten. Sowohl auf der Platte, als auch auf der Bank. Den Punkt haben sich die Jungs, nach den ganzen letzten Wochen wirklich verdient – das war Top!

Das nächste Match der U17 findet am 11.12 um 14:30 Uhr in Weiden statt. 

Für den NHV: Stein, Plath, Ludwig (Tor), Licht (3), Filusch (6), Lohr, Stegemann (6), Lütkecosman (1), Becker (1), Hufnagel (7), Bayindir (2)

NHV-Youngsters U19 mit Punktgewinn in Palmersheim 

(nhv/JF) Am Ende des Tages kann man sowohl von einem Punktgewinn, als auch von einem Punktverlust, der männl. U19, bei ihrem Auswärtsspiel in Euskirchen sprechen. 
Denn es wäre alles drin gewesen für die Youngsters. 
Nachdem man gut 15 Minuten der ersten Hälfte verschlafen hatte und beim Stand von 8:6 keine Stabilität in der Defensive fand, war man gezwungen das erste Time-Out zu nehmen. Nach dieser kurzen Unterbrechung kam der NHV aber immer besser ins Spiel und konnten nach 20 Minuten, durch Linkshänder David Klostermann, mit 11:12 in Führung gehen. 
In den verbleibenden 10 Minuten des ersten Durchgangs, ließ man hinten nicht mehr viel anbrennen, verteidigte entschlossen und verwandelte in der Offensive konsequent die sich bietenden Möglichkeiten. Mit einer guten 14:17 Führung ging es dann in die 10-minütige Pause

Angekommen in Halbzeit 2, versuchte man die Leistung aus den vorherigen 15 Minuten mitzunehmen. Mit einem Treffer im ersten Angriff zum 14:18, durch Florian Ipp, gelang das den jungen Neussern auch noch. 
Doch dann schlichen sich wieder die kleinen leichten Fehler ein und auch eine Umstellung der Abwehrformation, brachte die Gastgeber wieder ins Rennen. Nach 45 Minuten stand es wieder Pari 24:24. 
In der 50. Minute musste man dann sogar die Führung wieder abgeben und ging keine 3 Minuten später sogar mit 2 Toren in Rückstand. Dem Kampfgeist der Nüsser Jungs tat das aber keinen Abbruch und konnte 90 Sekunden vor Ende der Partie zum 30:30 ausgleichen. Die Hausherren konnten gut 40 Sekunden vor Schluss noch einmal auf 31:30 vorlegen und boten dem NHV damit nochmal einen Angriff. Diesen vollendete Daniel Neußer mit einem Treffer, 15 Sekunden vor Abpfiff, zum 31:31. Eine weitere Offensivaktion der Euskirchener endete mit einem direkten Freiwurf, der aber im Block hängen blieb. 
Mit diesem weiteren Punkt, setzt die U19 ihren Aufwärtstrend fort und klettert vorerst auf Platz 4 der Nordrheinliga.

Cheftrainer Julian Fanenbruck, sieht dieses Spiel mit gemischten Gefühlen. „Ich habe ein weinendes und ein lachendes Auge. Auf der einen Seite bin ich froh, dass die Jungs sich diesen Punkt noch mitgenommen haben. Auf der anderen Seite ist es ein bisschen schade, dass es nicht 2 geworden sind – es wäre drin gewesen. Nichts desto trotz, haben alle eine starke kämpferische Leistung gezeigt als es drauf ankam. Vor allem Thomas Brockmann, hat sich in den entscheidenden Phasen richtig reingehauen und einige wichtige Tore erzielt. Dieses Spiel hat auch wieder gezeigt, dass viel Potential und Qualität in jedem einzelnen steckt.“

Das nächste Spiel findet dann erneut auswärts statt. Es geht am 10.12 um 19 Uhr, gegen die a.K. laufende Mannschaft der HSG Gräfrath/Donezk.

Für den NHV: Kremer, Nusch (beide Tor), Klostermann (1), Neumann, Brockmann (9), Hufnagel (2), Lohkamp, Neußer (10), Schulze (1), Ipp (4), Kiala (3), Pusch (1), Filusch

Entscheidende Zeiten für den Neusser Handballverein e.V.

(nhv) Entgegen aller Widerstände kämpft der NHV weiter für den Handballsport und den Erhalt der Leistungsabteilung in der Quirinusstadt.

Dies auch heute in Presse ein Thema:

Dazu Josip Jurisic, sportlicher Leiter des NHV: „Wenn wir den Anschluss an das rettende Ufer nicht verlieren wollen, müssen wir beide Punkte holen“, fordert der Neusser Trainer Josip Jurisic. „Das wird allerdings alles andere als einfach. In der Woche können wir zwar in der Sporthalle Am Hammfeld trainieren, aber dürfen weiterhin keine Haftmittel benutzen, was uns nur an den Spieltagen gestattet ist. Also gehen wir ins Spiel mit ganz anderen Voraussetzungen. In diesem Zusammenhang wird es auch zunehmend schwieriger, die Spieler zu motivieren. Wenn du sportlich schon unten bist, wird von anderer Seite auch noch auf dich drauf getreten, eine Sache für die mir jegliches Verständnis abgeht.“

hier zum ganzen Artikel in der NGZ

Einladung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung

Liebe Vereinsmitglieder des Neusser Handballverein e.V.,

liebe Handballfreundinnen und -freunde,

wir laden Euch und Sie herzlich ein zur außerordentlichen Mitgliederversammlung am

14.12.2022 – 19:30

GIC – Monschauer Str. 12, 40549 Düsseldorf

Folgende Tagesordnung ist vorgesehen:

Top 1. Begrüßung

  • Bestimmen des Protokollführers,
    • Feststellung der ordnungsgemäßen Einladung und der
    • Beschlussfähigkeit

Top 2. Bericht des Vorstands mit Aussprache

Top 3. Wahlen:

  • eines Vorsitzender/Vorsitzender
  • eines Geschäftsführerin/Geschäftsführer
  • Kassenprüferin/Kassenprüfer – Finanzverwalterin/Finanzverwalter

Top 4. Situation/Durchführung QuirinusCup 2023

Top 5. Verschiedenes

Mit sportlichen Grüßen

Vorstand des Neusser Handballverein e.V.

U19 der NHV-Youngsters sichern sich zwei Punkte in Gummersbach 

(nhv/JF) Am Sonntagabend gab es für die Youngsters des Neusser HV endlich wieder einen Sieg zu feiern. Mit einem 34:35 bezwang man, den Tabellendritten, HC Gelpe/Strombach.

Dabei sahen die Bedingungen mehr als nur „ungünstig“ aus. Man musste, aufgrund der Hallenschließung seitens des Rhein-Kreis Neuss, nicht nur auf einige Trainingseinheiten verzichten, dazu fehlten noch 6 Akteure aus dem Kader. Aushilfe gab es von Nils Hufnagel und Tobias Lütkecosman, aus der U17. 

Eine zuvor angefragte Verlegung des Spiels, lehnten die Hausherren aus Gelpe/Strombach ab. Gaben aber zugleich die Möglichkeit einer „Trainingseinheit“ vor dem Spiel, die dann auch von der gesamten Heimmannschaft gespannt begutachtet wurde. 

Gleich von Beginn an, merkte man dem Team von Trainer Julian Fanenbruck, allerdings keinen Trainingsrückstand an und ging bereits mit dem ersten Angriff, nach 50 Sekunden, durch David Klostermann, in Führung. 

Eine offensiver ausgerichtete Abwehrformation des NHV, stellte die Hausherren vor teilweise große Probleme im Angriffsspiel. Bereits nach 13 Minuten gelang es den Youngsters ein 6:10 vorzulegen und zwang den HCGS zum Time-Out.  Die Auszeit brachte nur bedingt einen Erfolg und über ein kurzzeitiges 12:13 in der 23. Minute, ging es für die U19 mit einer verdienten 14:18 Führung in die Halbzeit. 

„Im ersten Teil haben wir das sehr stark verteidigt. Wir waren klar und konsequent in unseren Aktion und sind vorne über viele einfache Tore zum Erfolg gekommen. Nichts desto trotz haben wir auch einige Würfe liegengelassen und hätten möglicherweise noch höher in Führung gehen können.“ – resümierte Julian Fanenbruck am Ende der Partie. 

In der Anfangsphase der zweiten 30 Minuten, konnte man den HC, trotz sich einschleichender Nachlässigkeiten in der Defensive, weiter auf Distanz halten und traf durch Thomas Brockmann, in der 35. Minute zum 17:21. 

Mit der Hereinnahme des 7. Feldspielers gelang es den Gastgebern allerdings noch einmal Fahrt aufzunehmen und in der 42. Minute den Ausgleichstreffer zum 24:24 zu erzielen und somit das Spiel noch einmal spannend zu machen. Allerdings organisierten sich die Quirniusstädter schnell und legten selbst nochmal einen Zahn zu und brachten sich in der 49. Minute, durch Jeremie Kiala, mit 26:32 in Führung. 


Eine eigentlich sichere Führung, die aber schnell wieder schmelzen sollte. Es schlichen sich wieder kleinere Fehler ein, die der HC Gelpe/Strombach bestrafte und sich in der 57. Minute den Anschlusstreffer zum 32:33 holte. 

Keine 60 Sekunden später verwandelt Daniel Neußer mit einem Traumtor aus dem Rückraum zum 32:34. In den folgenden knapp 120 Sekunden gelang es den Gummersbachern noch 2 mal zu treffen und auf 34:34 zu stellen. Erst im letzten Angriff, wenige Sekunden vor Ende der Partie, gelang es David Klostermann den Deckel drauf zu machen und einen 34:35 Auswärtserfolg einzufahren. 

Julian Fanenbruck gab sich am Ende sichtlich erleichtert und stolz auf das Team. 
„Mit dem 7. Feldspieler hatten wir anfangs so unsere Probleme und haben dadurch den Gegner rankommen lassen. Zusätzlich haben wir vorne zu leichtfertig geworfen – das alles hat den Gegner nochmal stark gemacht. Trotzdem muss man der gesamten Mannschaft ein großes Kompliment machen. Trotz des fehlenden Trainings und einer sehr dünnen Bank haben sie das über weite Strecken sehr stark gemacht und sich am Ende mit dem Sieg verdient belohnt.“ 

Im nächsten Spiel geht es erneut auswärts ran. Am Samstag den 03.12 trifft man um 17:30 Uhr auf den TV Palmersheim. 

Für den NHV: Kremer, Nusch (beide Tor), Lütkecosman, Lohkamp (1), Klostermann (8), Pusch, Brockmann (11), Hufnagel (1), Neußer (11), Goldmann (2), Kiala (2)

NHV 2 – Knoten geplatzt! – Kantersieg gegen Zons

(nhv/ST) Mit einer super Einstellung ist die zweite Mannschaft ihr letztes Heimspiel im Jahr 2022 angegangen.

SG Zons – mit gerade einmal 7 Feldspielern – angereist hatte von Anfang an keine Chance etwas Zählbares aus Neuss mitzunehmen. Eingestellt auf ein langsames Spiel der Zonser gingen die Neusser mit einer 6:0 Deckung konzentriert ins Spiel. Mit der guten Deckungsarbeit erzielte man schnelle Ballgewinne, die mit Tempogegenstössen erfolgreich abgeschlossen werden konnten.

Nach 5 Minuten stand es 5:1. Drei Tore von Leo Zerfaß, der mit 13 Treffern einen Sahnetag erwischt hatte. Aber nicht nur das Tempospiel auch mit dem gebundenen Spiel wussten die Gastgeber zu überzeugen.Sowohl Würfe aus dem Rückraum als auch geschickte Anspiele an den Kreis gehörten an diesem Abend zum Repertoire der Neusser.

In der 20. Minute beim Stande von 17:3 gönnte Ralf Rosellen seinen Männern eine Auszeit.
Dies hatte auch eine kurzfristige Wirkung: drei schnelle Tore zwangen auch den Heimtrainer Stephan Tenhaken zu einer Auszeit (24.Min 18:6).

Danach war die Konzentration wieder da und bis zur Halbzeit baute man den Vorsprung auf 22:7 aus.
Beim Wiederbeginn arbeitete die Heimmannschaft weiter aggressiv in der Abwehr und schenkte den Zonsern dadurch drei Siebenmeter.
Im gesamten wurde die Partie sehr fair geführt, auch wenn der Zonser Angriff, der sich an der guten Abwehr aufrieb, teilweise eine andere Meinung hatte.

Trotz der Siebenmeter setzte sich die Neusser Mannschaft Tor um Tor weiter ab. Bei der zweiten Auszeit der Zonser in der 46. Minute stand es bereits 31:11. Die Marschrichtung des Heimtrainers war zu diesem Zeitpunkt weiter die Konzentration aufrecht zu erhalten und  konsequent die Chancen zu nutzen.

So ließ die Zweite ab diesem Zeitpunkt nur noch drei Tore zu. Erfreulich, dass sich alle Feldspieler in die Torschützenliste eintragen konnten. Beide Torleute hatten sowohl mit ihren Paraden als auch mit dem schnellen Tempospiel entscheidenden Anteil an diesem hohen Heimsieg von 43:14.

Es spielten: Nikki Hollmann, Lukas Gilliam (beide TW), Leo Zerfass (13), Olli Marx (7), Robert Bosnjak (5), Maxi Engel, René Ricken, Henning Geisler (je 3), Jan Hansen, Eps Neuhäuser, Samu Cremer (je 2), Niko Kempen, Julian Breitenbenden und Tim Hofer (je 1)

Auf ein Wort – Abschied aus dem Vorstand

Nach sechs Jahren Vorstandsarbeit lege ich schweren Herzens und persönlichen Gründen mein Amt als Geschäftsführer und stellvertretender Vorsitzender zum Jahresende nieder.

Die gegenwärtige Gesamtsituation für den Handballsport und den Neusser Handballverein e.V. erfordert m.E. ein konsequentes und hartes Eintreten insbesondere für die Vertretung der sportlichen und wirtschaftlichen Interessen des NHV gegenüber den Spitzen der Verwaltung.

Diesbezüglich gibt es unterschiedliche Auffassungen der Ausgestaltung. Meine Tätigkeit als Journalist und langjähriger Berichterstatter aus dem internationalen Hochleistungssport erlaubte mir tiefere Einblicke in die komplexen Hintergründe von Mäzenatentum, Sponsoring und verwaltungspolitischer Prozesse.

Daher bin ich der Auffassung, dass die Vertretung der Interessen von Kindern und Jugendlichen robust und unmißverständlich die Verantwortung für Missstände aufzeigen muss. Die Ignoranz der Verwaltung gegenüber den vorgetragenen Fakten darf m.E. nicht zum Vergessen und Verwässern führen.

Die finanziellen Fragen eines leistungsorientierten Handballangebots müssen mit Transparenz bearbeitet werden und erfordern aus meiner Sicht hinsichtlich des Überlebens eine breitere Basis in Verwaltung und Verein.

Als die Nachwehen der Insolvenzen der Betriebsgesellschaften des NHV – mit aus meiner Sicht fragwürdigem Label der Wikinger in Neuss – haben wir uns im Juni 2020 entschlossen einen angeschlagenen Verein zurückzuführen auf die Wurzeln dessen, was vor den Ausflügen in Gesellschaftskonstrukte und fremde Gefilde auf ferner Rheinseite den NHV ausgemacht hat. Schon damals habe ich eindeutig im Interview mit der Presse darauf hingewiesen, welch Kraftanstrengung und Disziplin aus meiner Sicht erforderlich sein wird, die Krisen für den Verein zu überwinden. Hier geht zum Artikel aus 2020

Das Jahresbudget des Neusser Handballverein e.V. mit 4. Liga Betrieb und allen Altersklassen in höchsten Spielklassen wäre geringer als es die Monatszahlungen an einen ausgeuferten, maßlosen und unverschämten Personalstamm waren. Das Ungleichgewicht von Spielbetriebsgesellschaften und Vereinsbasis hat Vertrauen gekostet.

Die mangelnden Identifikation großer Teile des Vereins mit dieser Parallelwelt waren aus meiner Sicht nicht „ein typisches Problem der Neusser“ wie so oft von ehemals marktschreierisch aktiven Protagonisten kolportiert, sondern eine realitätsferne Entwicklung mit knallharten politischen, finanziellen und rein egoistischer Interessen einzelner Akteure und Parteien.

Im Nachgang mutet die Verwaltungsstruktur der ausgelagerten Betriebsgesellschaften mit Aufsichtsrat, Wirtschaftsbeirat, Geschäftsführer und Prokurist an, wie eine Kopie eines Championsleague Teams – diese Entwicklung wurde trotz Mahnung bzgl. fehlender Mitnahme der Basis vorangetrieben bis zum bitteren Ende.

Im Schatten dieses zweifelhaften Glanzes einer 2.Liga Mannschaft hat der NHV gelitten und zu viel seiner Identität als Neusser Verein aus der Mitte der Gesellschaft verloren.

Nach tieferem Verständnis der Zusammenhänge und Verknüpfungen der Handelnden ist man geneigt davon auszugehen, dass keine NHV Vereinsinteressen im Zentrum des Kalküls der Verantwortlichen standen. Absichtserklärungen, Verträge und Beschlüsse haben neben den finanziellen und politischen Hintergründen immer eine Parallelwelt zu gewachsenen Vereinsstrukturen und Ehrenamt abgebildet.

Wir haben zu dritt das Wagnis begonnen, dem Verein Leben einzuhauchen und wurden von Beginn an massiv behindert und einzig die großzügige finanzielle Hilfe Einzelner und das Vertrauen in den sportlichen Ansatz waren die Grundlagen für diesen Neustart.

Der Bruch mit dem Rhein-Kreis, der ursächlich in der tiefen Ablehnung einzelner sportferner Akteure begründet ist, hat das Ende des Leistungssport beim NHV aus meiner Einschätzung besiegelt.

Manches ist öffentlich und lässt den Schluss zu, dass der Begriff „Sportstadt“ bzw. „Leistungssportregion“ dehnbar ist.

Allzu leicht könnte man dem Narrativ folgen, dass vor allem die Stadt Neuss die Rahmenbedingungen für den Handballsport zu stellen hätte.

Dies würde die aus meiner Sicht moralische und gesellschaftliche Verpflichtung des Rhein-Kreis außer Acht lassen. So wenig wie es der NHV ohne finanzielle Unterstützung Einzelner geschafft hätte wäre es ohne das Hammfeld nie zum Leistungssport unter dem Dach des NHV gekommen.

Fallen beide Hauptsäulen gleichzeitig ist das System Leistungshandball aus meiner Sicht nicht mehr standfähig.

Nach vielen Jahren zäher und zeitaufwändiger Arbeit hinter den Kulissen ist die mangelnde Zeit für Familie und Job und das Einstecken von Unhöflichkeiten, Anmaßungen, Belastungen oder Verlusten an einem Punkt angelangt, der ehrenamtlich aus meiner Sicht nicht mehr vertretbar ist.

Die Vereinsinteressen verbieten nach Diskussion im engeren Rahmen ein Eintreten für die Sache mit robusterem Mandat und transparenter Analysen, die aus meiner Sicht vonnöten wären. Es wurden unverhohlen Drohungen in der Vergangenheit ausgesprochen, die uns zu diesem Schluss haben kommen lassen und in der Vergangenheit zu meinem Rücktritt als Vereinsvorsitzender führten.

Systematische Veränderungen im Sinne des leistungsorientierten Handballsports und vor allem des perspektivischen Angebots für Kinder und Jugendliche erfordern m.E. Zuweisungen und Justierung von Verantwortung jenseits von Partei- und Wirtschaftsinteressen – dies mit entsprechender Transparenz.

Mir fällt dieser Abschied schwer und im Rheinland oft zitiert:

„Sieh, ich weine auch,
Tränen sind wie Rauch,
Sie vergehn, dieser Käfig macht mich tot.

Niemals geht man so ganz“
Text Hans-juergen Fritz / Gertrud Herr

Mit Herz und Verstand
für den Handballsport und den NHV

Martin Eggert, Geschäftsführer Neusser Handballverein e.V. im November 2022

Hammfeld – Gradmesser für den Handballsport in der Region

Jedem aufmerksamen Beobachter ist aufgefallen, dass der Zustand des Hammfelds – einer in die Jahre gekommene Trainings- und Spielstätte – sich zunehmend verschlechtert hat.

Lange her sind die Zeiten, in denen man Drittligabegegnungen mit voller Hütte erleben konnte und sich in der Sonne des Erfolgs Politiker, Sponsoren und Protagonisten mit hehren oder unlauteren Zielen ablichten ließen und vollmundige Versprechen über eine Installation des Leistungshandballs in der Region zu hören waren.

Im Schatten dieser Sonne dümpelte die alte Immobilie dann aber dahin und die falschen Entscheidungen das Heil des Leistungshandballs auf der anderen Rheinseite zu suchen führten durch Arroganz und Größenwahn einiger der o.g. Protagonisten zum Zerwürfnis mit Vertretern der Politik, der Wirtschaft und alten Weggefährten des Neusser Handballverein e.V.

Nach dem zermürbenden Kampf gegen diese Altlasten und den entbehrlichen und verwahrlosten Zeiten der Covid-19 Pandemie, die uns zu den Heimatvertriebenen des Handballsports machten wähnten wir uns in einer positiven Konsolidierungsphase und in der Stadt Neuss war eine breite und nachhaltige Unterstützung zu spüren, die auch zum Zusammenrücken und zur sportlichen Hilfe über Vereinsgrenzen und Sportarten hinweg führte.

Nur die Hammfeld Immobilie wurde zum dauerhaften Problem. War es die Nutzung als Versammlungsstätte wo sich die Hausmeister nicht zu fein waren durch unsere Hilfe hunderte von Tischen und Stühlen zu verräumen, sei es die Nachwirkungen des Impfzentrums zu kompensieren oder einfach nur die geschlossene Front der die Halle nutzenden Schulen und deren Verwaltungen.

Der jahrelang bestehende Nutzungsvertrag wurde nicht mit dem Leben gefüllt, dass es bedurft hätte um die gebeutelten Handballer bei dem Weg zurück in die Normalität zu begleiten und zu unterstützen. Die Schlüsselgewalt und die damit verbundene einfache Organisation des Trainingsbetriebs mit all den Unwägbarkeiten, die durch Krankheit, Terminproblem u.ä. entstehen wurde uns mit konstruierten Vorwürfen entzogen. Die Aufarbeitung der Probleme wurde mit dem Verweis man dürfe nicht nach hinten schauen und müsse nun nach vorne denken abgelehnt.

Es gibt eine sehr lange und detaillierte Liste von Verfehlungen, Unhöflichkeiten, Anmaßungen und vor allem Nachlässigkeiten in der Schnittstelle von Verwaltung und Verein. Die Dokumentation und Mängellisten sind lang und zeichnen ein Bild des Verfalls.
Sowohl im persönlichen Umgang als auch der baulichen Zustände.
Bis heute sind die Relikte des Impfzentrum Zierrat an den Wänden zwischen den Sponsorenplakaten. Der Split rieselt so langsam aus dem Bigpack und die einst vorhandene Tische und Bestuhlung der Cafeteria wurden abgezogen. Publikumsverkehr und Gäste bekommen sicher nicht ein repräsentatives Bild – weder von der Halle noch vom Umfeld.

Zwei Kernfragen wurden in den Jahren nicht angefasst: 1. Die Reinigung der Halle und Entfernung der Haftmittelrückstände sowie 2. Hausmeister und Hallenwart.

Haftmittelnutzung gehört zum Leistungshandball und auch wenn der DHB und untergeordnete Verbände eine klare Aussage scheuen, so ist es de facto so, dass spätestens ab der Regionalliga die Nutzung obligatorisch ist. Nach den Aussagen von Andreas Michelmann – Präsident des DHB – hat Deutschland einen hohen Anspruch international bestimmenden Handball zu spielen. Dies muss in die Köpfe derer, die an der Basis für die Vereine Verantwortung tragen. Vor allem wenn man das Narrativ Sportstadt bzw. Leistungssportregion mit Leben füllen will.

Die Reinigung ist unter Berücksichtigung einer Pflege und Schutz für den Bodenbelag ein sehr komplexer technischer Prozess, der im Beisein der Verwaltung mit Fachkräften und Experten abgestimmt auf den Belag im Hammfeld abgestimmt wurde. Diese Prozesskette wurde jedoch nicht umgesetzt.

So wurde mit dem Verlust einer Hallenwärtin, die mit Augenmerk und Präsenz den Ausgleich zwischen Schul- und Vereinsinteressen leistete und der Einsatz von Mindestlöhnern mit insuffizienten Werkzeugen die Abwärtsentwicklung eingetaktet.

Der Neusser Handballverein e.V. „..werde genau beobachtet“ wurde festgestellt… Die Akribie hätte die alte Immobilie verdient. Denn nicht die Nutzung des Haftmittels macht die Probleme sondern die nicht optimale und unangepasste bzw. inkompetente Reinigung. Es liegt am Auftraggeber eine optimale Leistung für eingesetzte Finanzmittel einzufordern und zu kontrollieren. Jahrelang war das Hammfeld mit deutlich höherem Haftmittelgebrauch in Zeiten 3.Liga und JHBL Jugendbundesliga bespielbar und parallel durch Schulsport nutzbar.

Nachdem wir wochenlang vergeblich auf Erleichterungen und Hilfen für die Heimspielausrichtung warten und auf Zugänglichkeiten, Müllentsorgung oder Instandsetzung trotz wiederholter Anfrage verzichten, schlägt die Hallensperrung zu. Mitten in der Saison – kurz vor dem Derbykracher, an dem die Hütte geputzt, bereit und zur Feier des Handballs hergerichtet sein sollte….

Die Demontage und Zermürbung findet da einen Höhepunkt und es existieren mehr Sorgen um Formalien und Dienstwege als Bestrebungen zeitnahe Lösungen gemeinsam! zu erarbeiten. Fachkompetenz und Vernetzung in Gewerke sowie Angebote von Arbeitskraft werden nicht in Anspruch genommen. Zu Zeiten, in denen man Möbelpacker spielen durfte war das anders…

Leider fehlt es an einem Ausweichrevier im städtischen Umfeld, leider kann man in der Wintersaison nicht allen Bedürfnissen gerecht werden, da die Hallenkapazitäten für eine Sportstadt zu mager sind. Es gilt hier zügig Mittel und Ressourcen zu bündeln und deutliche Weichen zu stellen. Die Mängelverwaltung reibt das Ehrenamt auf. Wir sind nicht in der Lage ohne Ressourcen zu arbeiten. Der Handballsport ist in akuter Gefahr.

War es einst die Absicht Leistungshandball in der Region zu etablieren würde es derzeit reichen, zunächst mal eine taugliche Spielstätte zu erhalten und zu pflegen – entsprechende Bereitung des Klimas und Bekenntnisse in der Politik eingeschlossen. Da ist ein Verein wie der Neusser Handballverein e.V. mit der Tradition und als Ausrichter des 38 Jahre alten QuirinusCup bereit auch fachlich allen Gremien zur Seite zu stehen – aber bitte nicht als Justiziare, Sachverständige für Reinigungsfragen oder Möbelpacker.

Derzeit arbeiten wir mit Hilfe der Stadt Neuss an Alternativen und schieben und stemmen Termine um wie ein Havariekommissar den gröbsten Schaden zu vermeiden – soweit dies überhaupt noch möglich ist. Alleine die Verlegung des kommenden Spieltags erfordert stundenlange Telefonate, Verschiebungen und Improvisationen. Die Situation übersteigt nach Jahren der Krise die Arbeit des Ehrenamts um ein Vielfaches –

Trotzdem …

Mit Herz und Verstand für den NHV und den Handballsport

Eine betroffene und sehr persönliche Einschätzung von

Martin Eggert