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Punktelos im Derby – Neusser HV rennt vergeblich einem Fehlstart hinterher

Die NHV-Damen zündeten ihren Teammotor eine Viertelstunde zu spät. Erst nach fünfzehn Minuten und einem 0:7-Rückstand, legten die Gastgeberinnen, bei der 18:21 (7:12)-Heimniederlage, im rheinischen Derby gegen Fortuna Düsseldorf, den Respekt und die Verunsicherung ab und boten dem Tabellendritten in der Folge einen heißen Kampf. Das Topteam von der anderen Rheinseite setzte von Beginn an voll auf die Karte der körperlichen Überlegenheit, schüchterte die Gastgeberinnen zunächst mit kompromissloser Härte in der Abwehr ein und schien zum Auswärtssieg im Schongang zu kommen. Doch mehr und mehr setzte sich der NHV mit seiner Strategie durch, erzwang Ballverluste der Gäste und nutzte nun besser die kleinen Lücken in der massiven Deckung. Aber die eigene Trefferanzahl, die zu viele Versuche benötigte, begünstigt durch das kraftraubende Spiel und die weiterhin fehlende Tiefe auf der Auswechselbank, reichte am Ende einfach nicht, um die Düsseldorferinnen noch ernsthaft zu gefährden. Damit gingen die Punkte an den Gast und nur die Anerkennung blieb für die Neusserinnen, die nun in den letzten vier Partien das Lob in Punkte verwandeln sollten, um den Klassenerhalt in der Regionalliga Nordrhein realisieren zu können.
„Wir benötigten eine Zeit, um das letzte Spiel und den Respekt vor der Fortuna abzulegen. Danach haben wir gut in die Abwehr gefunden, uns so viele Versuche für den Angriff ermöglicht und an Sicherheit gewonnen. Am Ender der Halbzeit ist uns dann erstmals die Kraft ausgegangen.“, bilanzierte Trainer Christian Hentschel die erste Hälfte. In diese startete der NHV denkbar schlecht. 0:7 (12. Minute) lagen die Gastgeberinnen bereits im Rückstand, als auch diese das Spiel endlich zu beginnen schienen. Zuvor hatten die Düsseldorferinnen die Strategie perfekt umgesetzt, die sich auch die Neusserinnen überlegt hatten. Eine kompromisslose Abwehr, hart aber zumeist fair und daraus folgend ein schnelle Umschaltspiel. Die NHV-Damen schlitterten so fast schon in eine erneute Katastrophe. „Die Mannschaft wollte sich das aber nicht noch einmal bieten lassen, hat sich reingekämpft und auch cleverer die kleinen Lücken genutzt“, sagte Hentschel, der sein Team auf 6:8 (23.) verkürzen sah, dann aber erneut abreissen lassen musste, sodass die Düsseldorferinnen noch bis zur Halbzeit auf 7:12 stellten.
Den besseren Start in die zweite Hälfte gelang den Gastgeberinnen. Schnell verkürzten sie auf 9:12 (34.) und hielten den Favoriten, der den besten Angriff der Liga hat, ganze sieben Minuten ohne eigenen Treffer. Nur – auch die Neusserinnen fanden in dieser Phase nicht häufig genug den Weg zum Tor. „Das war die zweite entscheidende Phase in diesem Spiel. Wir waren nicht mehr frisch genug, um da konsequent zuzugreifen, weil das körperbetonte Spiel bereits viele Körner gekostet hatte“, sagte der Neusser Trainer. Stattdessen zogen plötzlich die Gäste wieder auf und davon, stellten das Ergebnis binnen drei Minuten, vom 10:13 (38.) auf 10:17 (41.) und sorgten für die Vorentscheidung. Der NHV zog die Notbremse in Form einer Auszeit, stellte sich noch einmal neu ein und schaffte es tatsächlich wieder zu verkürzen. Es reichte aber nicht mehr ganz, sodass die Fortuna zum verdienten Sieg kam. „Ich möchte meinem Team trotzdem ein Kompliment, besonders für die letzte Viertelstunde, machen. Sie hat unermüdlich weitergemacht, obwohl man sehen konnte, dass einige Spielerinnen nur noch auf dem Zahnfleisch gekrochen sind! Mit dieser Mentalität und dem neu gewonnenen Selbstvertrauen, gehen wir positiv in die Osterpause und die letzten Spiele!“, bilanzierte Hentschel abschließend.
In den letzten vier Partien scheint es in der Regionalliga Nordrhein nur noch in der Frage des Klassenerhalts spannend zu bleiben. Während die Bonnerinnen einsam ihre Kreise an der Tabellenspitze ziehen, ist im Tabellenkeller, nach dem überraschenden Erfolg des TV Walsum-Aldenrade, ein Dreikampf entbrannt. „Aus Drei mach Eins“, lautet das Motto für die finale Saisonphase, die für den Neusser HV nach den Osterferien, mit einem Auswärtsspiel beim TuS TD Lank (Samstag, 14. April 2018, 19.30 Uhr, Sporthalle Forstenberg) beginnt.

Vor dem rheinischen Derby – NHV will als Jäger wieder treffsicherer sein  

Zwei turbulente und unangenehme Wochen liegen hinter den Neusser Regionalligadamen. Erst die schwere Verletzung von Torjägerin Jacky Sorg, dann die klare Niederlage im Vier-Punkte-Spiel bei der SG Überruhr und zuletzt noch das Abrutschen auf einen Abstiegsplatz. Dass gerade jetzt das rheinische Derby gegen den Ligadritten Fortuna Düsseldorf im Neusser Hammfeld ansteht (Sonntag, 18. März 2018, 16.30 Uhr) – ein Fluch oder ein Segen? Für Trainer Christian Hentschel ist das nicht die entscheidende Frage: „Wir haben fünf Endspiele, in die wir nun als Jägerinnen gehen. Die Frage ist, ob wir wieder zu unseren Stärken finden und die neue Rolle mit Leidenschaft ausfüllen!“ Der Frage sind die Neusserinnen in der vergangenen Woche auf die Spur gegangen, haben nach Lösungen gesucht, die die knappe Personallage derzeit aufwirft und strahlen dabei neue Zuversicht aus. So oder so, für die Neusserinnen, die auf die Unterstützung der heimischen Handballfans hoffen, ist die Jagd nach Punkten in jedem Spiel fast schon eine Pflicht, um den Klassenerhalt noch realisieren zu können – auch gegen den Topfavoriten aus Düsseldorf.

 

„Wir bleiben positiv und werden in jedem Spiel alles von uns abverlangen, um den SV Straelen wieder zu überholen! Jetzt sind wir die Jäger!“, verspricht Trainer Christian Hentschel, dass sein Team sich auch von dem herben Rückschlag in Überruhr nicht entmutigen lässt und den Klassenerhalt weiterhin fest im Visier hat. Gegen das Topteam aus Düsseldorf werden die kommenden Gastgeberin auch besonders die Treffsicherheit von jenen Grünröcken benötigen, um in die Nähe eine Punktgewinns zu kommen. Denn die Neusserinnen erwartet eine echte Abwehrwand. Mattyssek, Berger und Grimberg bringen wohl alleine die Reichweite des gesamten Neusser Teams auf die Platte, von der körperlichen Überlegenheit ganz abgesehen. „Und dennoch – sowohl in den bisherigen Ligaspielen, als auch im Hinspiel gegen uns, waren die Düsseldorferinnen nicht unüberwindbar. Wir haben damals einfach auch zu viel liegengelassen“, erinnert sich Hentschel an das erste Aufeinandertreffen, das mit 30:20 an den Ligadritten ging. Ähnlich kräftezehrend wird es sein, den Angriff der Landeshauptstädterinnen zu stoppen, die aktuell die meisten Treffer des Tableaus erzielten.

 

„Natürlich wollen wir Lösungen für die Düsseldorfer Stärken finden aber vor allem unsere eigenen Stärken einbringen, entschlossener zu Werke gehen. In diesem Team steckt Außergewöhnliches, was wir bisher noch nicht konsequent zu Ende gespielt haben. Vielleicht ist das Derby der richtige Zeitpunkt!“, hofft Hentschel auf freie Köpfe bei seinen Spielerinnen. Die können zwar wieder auf Vanessa Müller zurückgreifen, die zuletzt fehlte, dafür wird Kreisläuferin Alina Neuer (Studienreise) nicht dabei sein, neben den bekannten Verletzten. „Wir glauben in jedem Spiel an einen Erfolg! Und ich hoffe sehr, dass genügend Neusser Handballfans in die Halle kommen, um uns bei der „Mission (Im)possible“ zu helfen und die Mädels bei ihrem Traum zu unterstützen!“, sagt Hentschel abschließend.