Ersatzgeschwächten Neusserinnen geht gegen Lank die Puste aus

Kaum Wechselmöglichkeiten im Rückraum und angeschlagene Spielerinnen. Die Damen des Neusser HV gingen in ihr zweites Heimspiel in der Oberliga Niederrhein bereits mit einer großen Hypothek ins Spiel. Die Deutlichkeit der 22:35 (11:15)-Heimpleite gegen den TuS TD Lank, ist auch ein Resultat dieser Personalmisere. Denn die Neusserinnen hielten bis zur 48. Minute gegen einen der Ligafavoriten mit und hatten sich, nach mehrmaligen, deutlichen Rückständen, erneut bis auf drei Tore herangekämpft. Jetzt zeigte Lank jedoch, warum sie in die Spitzengruppe vorstoßen wollen. Gegen körperlich nachlassende Neusserinnen, die sich über das gesamte Spiel zu viele technische Fehler erlaubten, liefen die Gäste einen Gegenstoß nach dem Anderen und zogen mit einer 12:3-Serie bis zum Schlusspfiff davon. Auch die starke Julia Sorg im Tor des NHV, konnte die Misere nicht mehr verhindern. Damit ist der Fehlstart für die Neusserinnen perfekt. Mit 0:6 Punkten befindet sich das Neusser Team bereits jetzt im Kampf um den Klassenerhalt.

Ohne die etatmäßigen Spielerinnen Sandra Höfig, die krankheitsbedingt ausfiel und Anna-Sophie Emmerich, die mit der weiblichen A-Jugend in Solingen spielte, dazu mit den angeschlagenen Jacky Sorg und Madita Schut. Die Vorzeichen hätten besser stehen können. Aus der Not heraus sah sich Trainer Christian Hentschel fast gezwungen, die gerade erst wieder ins Training eingestiegene Kim Klause, von der Co-Trainerin zur Spielerin zu befördern, um wenigstens eine Wechseloption für den Rückraum zu haben. Prall gefüllt dagegen der Kader der Lankerinnen, deren Trainer Michael Cisik den Neusserinnen eine Denkaufgabe fürs Spiel mitgab. Mit einer Einzelmanndeckung störte der erfahrene Coach den Wirkungskreis von Madita Schut. Der NHV benötigte einige Zeit, um auf dieses Problem eine Lösung zu finden und die freien Räume zu nutzen. Genau genommen, gelang dies erst nach der Auszeit und dem zwischenzeitlichen 4:8-Rückstand (12. Minute). „Leider haben wir auch in der Folge immer wieder die Ruhe verloren, sind unvorbereitet in die Zweikämpfe gestürzt und haben viele Bälle verloren“, sagte Trainer Christian Hentschel rückblickend. Die Neusserinnen verpassten es so, noch näher ranzukommen, als beim 9:12 in der 26. Minute. Stattdessen legten die Gäste noch einmal drei Tore nach, zum 11:15-Halbzeitstand.

„Mit mehr Geduld im Angriff und besserer Torausbeute, wollten wir Lank noch einmal ärgern und zumindest ein gutes Ergebnis erzielen.“, sagte der Trainer der Neusserinnen zur Halbzeitansprache. Sein Team schien aber noch nicht ganz wieder auf dem Feld zu sein, als der Pausentee getrunken war, da stand es bereits 13:20 (28.). Vier technische Fehler in Serie erlaubten sich die Gastgeberinnen nach Wiederanpfiff. Dazu ließen sie zwei hunderprozentige Torchancen ungenutzt. Lank bedankte sich und bestrafte die Unaufmerksamkeiten mit Gegenstößen. „Das war ärgerlich und unnötig aber darauf folgte unsere beste Phase im Spiel. Viel weniger, einfache Fehler und eine bessere Vorbereitung!“, sah Hentschel seine Mannschaft wieder auf dem Wege, den Rückstand zu verkürzen. Und sie taten es. Tor um Tor trotzten sie den Lankerinnen ab, sodass der Vorsprung auf drei Tore zusammenschmolz (19:22/ 48.). Ein Kampf, der heute offenbar zu viel Kraft kostete. „Als hätte jemand den Stecker gezogen…“, kommentierte Trainer Christian Hentschel die letzten zwölf Minuten, in denen die Gäste noch einen 12:3-Lauf hinlegten und bis zum 22:35 erhöhten. „Wir müssen unsere Punkte sicher nicht gegen Teams wie Lank holen. Aber ein besseres Ergebnis, das möglich war, wäre für die Moral meiner Mädels gut gewesen und auch irgendwie gerechter!“, litt der Trainer sichtlich mit seinem Team.

Eine Woche bleibt den Neusserinnen, um sich wieder aufzurappeln und die nächste Chance zu suchen. Beim Gastspiel am kommenden Samstagnachmittag (1. Oktober, 16.30 Uhr, Klapperstraße in Essen) trifft der NHV auf die SG Überruhr. Die Ruhrpottlerinnen, die mit großen Erwartungen in die Saison gingen und mit 2:4 Punkten nicht wunschgemäß aus den Startlöchern kamen, erlebten an diesem Wochenende eine ebenso herbe Pleite. Beim Überraschungs-Aufsteiger Rheydter TV, gerieten die Essenerinnen mit 25:35 unter die Räder. „Ehrlich gesagt, interessieren mich momentan nur meine Mädels und nicht der nächste Gegner! Wir müssen den Start aus den Kleidern und Köpfen bekommen, dürfen dabei aber nicht das Positive vergessen. Wir sind nicht so weit weg, wie es das heutige Ergebnis aussagen will!“, blickt der Trainer nachdenklich aber dennoch optimistisch auf die kommende Trainingswoche.

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