Handballspaß „en francais“ – der NHV zu Gast bei Freunden

Lac des Vieilles Forges – ein idyllischer Ort am gleichnamigen See in den französischen Ardennen, fernab der großen Städte Reims oder Metz. Wer hier in den Urlaub fährt, der sucht die Ruhe, die sonst nur von Anglern und ihren Motorbooten durchbrochen wird und findet sie… Außer in der vergangenen Woche! Ein „bunter Haufen“ aus Neuss durchbrach die Stille, sorgte für Leben in und um das Sportzentrum direkt am See. Handballer und Handballerinnen des Neusser HV, Jungen und Mädchen der D- und C-Jugend, folgten der schon traditionellen Einladung des „Lycée Agricole Somme Vesle“, einem Landwirtschaftsinternat aus der Nähe von Châlons-en-Champagne. Zum Handballspielen und -trainieren, zum Kennenlernen der Kulturen und zum „Freunde machen“.

Letzteres, das sei vorweggenommen, klappte trotz der Sprachbarriere hervorragend. Mit Händen und Füßen, einem Mix aus Deutsch, Französisch und Englisch, überwandt man die Hürden und kam sich freundschaftlich näher. Geholfen hat aber vor allem der Sport, den wir alle so lieben – Handball! Gleich am ersten Tag, nach dem Beziehen der Zimmer im Sportzentrum, ging es in die Halle zur ersten Einheit. Natürlich konnten die rund 70 Teilnehmer aus beiden Lagern, nicht gleichzeitig trainieren. Doch Eric, Chef-Trainer der „Equipe Somme Vesle“, hatte sich mit seinen Helfern, allen voran Mathieu, ein buntes Outdoor-Sportprogramm ausgedacht. Segeln, Kanufahren, Bogenschießen und Mountainbiken waren im Angebot für die Aktiven.

Apropos „Aktive“ … oder besser: „Nacht-Aktive“. Die lange Busfahrt sorgte bei einigen Teilnehmern offensichtlich für einen „Energy-Überschuss“, auch als „RedBull-Syndrom“ bekannt. Da geriet die erste Nacht zum Tage, vor allem auch für unsere Betreuer und Trainer – Beate, Davor und Chef-Organisator und -Trainer Wolfgang Spangenberger. Ein klärendes Gespräch am folgenden Vormittag und Selbsterkenntnis (auch im „Trainingsschlaf“) im Erleben der Folgen, sorgten fortan aber für ruhige Nächte und engagierte Trainingsleistungen am Tage.

Während Wolfgang Spangenberger die Schüler/innen, die allesamt drei oder mehr Jahre älter waren als unsere Schützlinge, und Trainer des Lycée Agricole in ihrer Trainingsarbeit unterstützte, leitete Davor das Training der Torhüter und Christian kümmerte sich um die Feldspieler, gemeinsam mit Beate und Bianca, die sich abwechselten und auch das Outdoor-Programm begleiteten.

Rund zwei Stunden Training in der Halle und zwei Stunden in der Natur, dazu am Abend noch Freundschaftsspiele in gemischten Teams, förderten auch den Hunger. Bestens versorgt durch ein Frühstück am Morgen und zwei Fünf-Gänge-Menüs am Mittag und am Abend, stillten auch dieses Bedürfnis. Während die Betreuer und Trainer sich noch am späteren Abend an den Köstlichkeiten der selbsthergestellten Produkte der Landwirtschaftsschule erfreuten, hatten die Aktiven dafür weniger übrig. Dafür an den mitgebrachten „Erzeugnissen“ der heimischen Süß- und Knabberwaren…

Spätestens am dritten Abend waren die Barrieren zwischen „Deutschen“ und „Franzosen“ gebrochen. Statt der „Vergleichsspiele“, fand unter Anleitung und Moderation des Multitalents Philipp, der nicht nur Busfahrer, Organisator, „Wettkämpfer“ und Animateur in einer Person vereinte, sondern auch den Jungs und Mädels bei Problemen und Übersetzungen half, ein buntes Programm aus Tanzchoreographie und Völkerball statt. Beachtlich auch die Wettkampfleistungen der (scheinbar besser erprobten) Franzosen, die beim „Pudding-Inhalieren“ dem deutschen Team keine Chance ließ…

Am letzten Tag gab es auch noch etwas zu feiern. Justin feierte vor Ort seinen Geburtstag und dabei musste er nicht einmal auf einen Geburtstagskuchen und Geschenke verzichten. Im Gegenteil, zusätzlich wurde ihm auch noch ein zweisprachiges Geburtstagsständchen vorgetragen. … Doch irgendwann endet auch einmal die schönste Fahrt, meist dann, wenn man sich gerade „heimisch“ fühlt. Und so ging es wieder heimwärts aber nicht ohne vorher noch ein großes Lob an die Organisatoren, die Helfer und Trainer sowie die Gruppe zu verteilen, nebst T-Shirts. „Wir möchten uns für die tolle Gastfreundschaft bei euch bedanken und hoffen auf noch viele Wiederholungen in den nächsten Jahren“, sagte Wolfgang Spangenberger in seinem Schlussfazit, dem sich alle kopfnickend anschließen – Deutsche und Franzosen.

Also, bis zum nächsten Jahr am Lac des Vieilles Forges, der nun wieder zur Ruhe finden wird…

Fotos zu dieser Woche findet ihr auf unserer Facebookseite

Start a Conversation

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.