Neusser Damen geraten in Mettmann unter die Räder

Der zweite Auftritt in der Handball-Oberliga der Frauen, war für den Neusser HV einer zum Vergessen. Mit 31:21 (16:12) unterlagen die heimischen Balljägerinnen bei Mettmann-Sport. Besonders im Angriff fehlte den Gästen von Beginn an die Durchschlagskraft. Fehler reihte sich an Fehler, die gepaart mit zu zaghaften und mutlos wirkenden Angriffsaktionen, auch nicht durch eine erneut passable Deckungsreihe kompensiert werden konnte. So keimte nach der verschlafenen Anfangsviertelstunde, nur nach der ersten Auszeit der Neusserinnen Hoffnung auf, als der zwischenzeitliche Fünf-Tore-Rückstand, auf zwei reduziert werden konnte. Doch schon vor der Pause legten die Mettmännerinnen, die einfach entschlossener in ihren Aktionen wirkten, wieder einen Gang zu. In der Schlussviertelstunde fanden die Gäste wiederum kaum noch Lösungen, während Mettmann-Sport befreit aufspielte und das Ergebnis in unerfreuliche Höhe schraubte.

Frustriert und auch geschockt – die Damen des Neusser HV blickten nach dem Spiel noch etwas länger ins Leere. So hatten sie sich ihren zweiten Auftritt nicht vorgestellt. Optimistisch waren sie nach Mettmann gereist. Der Kader endlich gefüllt und nach einer ordentlichen Trainingswoche und einem guten ersten Auftritt, sollte der nächste Schritt in der Entwicklung folgen. Doch wie zerbrechlich das Gebilde des Neusser Spiels noch ist, zeigte sich in den vorangegangenen Spielminuten. Die hohen Erwartungen ans eigene Spiel schlugen mit voller Wucht zurück, das nach verpatzter Anfangsviertelstunde, nicht mehr die Nervosität und Zaghaftigkeit herausbekam. Mit jedem erfolglosen Angriff wuchs die Anspannung in den Gesichtern der Neusserinnen und die Anzahl einfacher Fehler stieg in die Höhe. Die Gastgeber präsentierten sich dagegen entschlossen und gewillt, ihr erstes Heimspiel der Saison erfolgreich zu gestalten. Folgerichtig erspielten sich die Hausdamen eine komfortable 10:5-Führung (14. Minute). Erst eine intensive Auszeit von Trainer Christian Hentschel schien die Gäste aufzuwecken und den Kopf wieder in die Spur zu bringen. „Wir haben intensiver verteidigt, den einen oder anderen Ball gehalten, vor allem weniger Ballverluste im Angriff gehabt und sind vereinzelt entschlossen in die vorbereiteten Zweikämpfe gegangen. Das hat gereicht, um unser Spiel kurzzeitig zu stabilisieren“, sagte der Coach. Vier schnelle Tore ließen den Vorsprung der Mettmännerinnen auf 11:9 (21.) zusammenschmelzen. Die Hoffnung, dass sich die Neusserinnen bis zur Pause weiter in Schlagdistanz oder zum Ausgleich bringen könnten, blieb jedoch unerfüllt. „Ein verworfener Ball hier, ein Passfehler da und eine unentschlossene Aktion dort und schon verpassen wir das Momentum und die Chance, Mettmann zum Nachdenken zu bringen“, haderte Hentschel. Stattdessen nutzten die Gastgeberinnen diese Fehler, um wieder auf den Pausenstand von 16:12 davonzuziehen.

„Zu Beginn der zweiten Halbzeit habe ich noch gedacht, wenn uns jetzt mal eine kleine Serie gelingt, dann geht noch was! Dann spielen wir uns frei!“, blickte der Trainer der Neusserinnen zurück. Denn die Mettmännerinnen kamen etwas fahrig aus der Kabine, leider ohne daraus einen entscheidenden Rückschlag hinnehmen zu müssen. Symptomatisch für das heutige Spiel der Neusserinnen waren aber jene Angriffe und Abwehraktionen in der Phase bis zur 44. Minute. Die NHV-Damen erspielten sich gute Abschlussmöglichkeiten, zögerten aber einen Moment zu lange, trafen die falsche Entscheidung oder schlossen unpräzise ab. Im Gegenzug brachten sie die Gastgeberinnen mehrfach bis zum Zeitspiel, um dann doch noch den Gegentreffer zu kassieren oder die abgefangenen Bälle landeten postwendend wieder beim Gegner. Das schien die Neusserinnen endgültig zu zermürben, die den Rückstand bis dahin noch konstant halten konnten (21:17/44.), dann aber zunehmend ins Hintertreffen gerieten. Am Ende stand die deutlich 31:21-Niederlage auf der Anzeigetafel, die die Spielerinnen des NHV noch minutenlang ungläubig anstarrten.

Allzu lange sollten sich die NHV-Mädels aber nicht grämen. Bereits am kommenden Wochenende empfangen die Neusserinnen einen weiteren Aspiranten auf den Aufstieg in die Regionalliga Nordrheinliga, wenn der TuS Treudeutsch Lank seine Visitenkarte im heimischen Hammfeld abgeben wird (Sonntag, 25. September 2016, 16 Uhr, Anton-Kux-Straße). „Bei aller berechtigten Kritik am heutigen Spiel – wir sollten das realistisch einschätzen, geduldig und positiv bleiben. Es war auch heute zu erkennen, dass das Spielsystem für meine Mädels passt. Wir benötigen aber Stabilität und Vertrauen in das eigene Können, was wir uns im Training erarbeiten werden!“, bleibt der Neusser Coach gelassen.

Spielstatistik unter: http://liveticker.sis-handball.org/game/show/001517505502502000000000000000000001013

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