NHV-Damen blicken der Oberliga entgegen – Niederlage im Abstiegsfinale

Jetzt wird es richtig schwer! Nach der 27:34 (8:14)-Heimpleite gegen den bis dahin punktgleichen TV Walsum-Aldenrade, rückt der Traum vom Klassenerhalt in der Regionalliga Nordrhein, für die 1. Damen des Neusser HV in weite Ferne. Eine Vorwurf konnte man den Neusser Spielerinnen auch heute Nachmittag nicht machen. Sie kämpften verbissen, erspielten sich einige Torchancen, doch die eigenen Nerven und Laura Gräf im Tor der Gäste, spielten ihnen zu oft folgenschwere Streiche. Gleich sieben verworfene Siebenmeter stehen sinnbildlich für das Dilemma, nicht nur an diesem Tag. Auch die offensivere Deckung in der zweiten Halbzeit und die offene Deckung nach 48 gespielten Minuten, brachten nicht mehr die erhoffte Wende. In den verbleibenden beiden Partien müsste nun ein kleines Handballwunder her, damit der letzte Tabellenplatz noch abgegeben und an den beiden Kontrahenten vorbeigezogen werden kann. Beste Chancen hat dagegen nun der TVWA, der erstmals seit dem dritten Spieltags wieder auf einem Nicht-Abstiegsplatz steht.

 

Bis zur 20. Minute war für den Neusser HV die Welt noch in Ordnung. Die 5:1-Deckung hatte die Gäste weitestgehend im Griff und auch im Angriff boten sich den Gastgeberinnen einige gute Tormöglichkeiten. Zwar sorgte der eine oder andere Pfiff für Verwunderung, ob eines vermeintlichen technischen Fehlers, der auf der Gegenseite keine Beachtung fand aber die Neusserinnen überzeugten durch Kampf- und Teamgeist und bügelten so noch ihre ungenutzten Chancen aus. „Dann haben wir drei Siebenmeter in Folge verworfen und damit Laura Gräf endgültig ins Spiel gebracht, die uns wohl insgesamt den Zahn gezogen hat.“, analysierte Trainer Christian Hentschel. Auf der anderen Seite zog nun Katharina Üffing mehrfach unbedrängt ab und hatte mehr Erfolg bei ihren Versuchen. Der 5:7-Rückstand (20. Minute), wuchs blitzschnell auf 6:11 (23.) an. Vielmehr noch – es hinterließ Spuren bei den Neusserinnen, die auch mit einer Auszeit nicht mehr geglättet werden konnten. Während das Selbstvertrauen der Gäste anschwoll, schwand der Mut der Neusserinnen zusehends. Der 8:14-Rückstand war der bittere Zwischenstand zur Pause.

 

„Wir mussten in der 2. Halbzeit etwas ändern, wollten mit mehr Geschwindigkeit in den Gegenstoß kommen, um den Rückstand schnell zu verkürzen.“, sagte Hentschel zur Hereinnahme der frischen Außen Holzke und Emmerich nach der Pause, die in der Abwehr noch von der flinken Müller unterstützt wurden und fortan in einem 4:1+1-System agierten. Den Neusserinnen gelangen dadurch zwar die erhofften Ballgewinne, doch zu oft sorgten individuelle Fehler in der Abwehr für einfache Tore der Gäste und die Fahrkarten im eigenen Angriff nahmen nur geringfügig ab. Der erhoffte Effekt stellte sich somit nicht ein und die Gäste erhöhten weiter. Nach dem 19:28 (48.) gingen die Neusserinnen dann volles Risiko mit einer offenen Manndeckung. „Der Abstand war aber zu groß, sodass wir nur noch verkürzen konnten.“, so Hentschel, der mitansehen musste, wie seine Spielerinnen nach dem Schlusspfiff ihren Gefühlen freien Lauf ließen, während die Gäste jubelten. Zwei Spieltage vor Schluss beträgt der Rückstand zum rettenden Ufer zwar nur zwei Punkte, die nun der TV Walsum-Aldenrade vor den Neusserinnen und einen Punkt vor dem SV Straelen liegt aber der gewonnene direkte Vergleich würde die Duisburgerinnen vorne sehen, sollten beide Teams noch punktgleich am Saisonende einlaufen. Nur, wenn der NHV den TVWA noch an Punkten überholen würde und der SVS maximal so viele Zähler holte wie die Neusserinnen, wäre der Klassenerhalt doch noch möglich. „Wir sehen das realistisch und wollen in den letzten beiden Spielen einfach Erfolgserlebnisse haben. Alles andere ist nicht mehr unsere Baustelle!“, sagte Hentschel nüchtern.

 

In den abschließenden Partien warten noch einmal machbare Aufgaben für den Neusser HV. Zunächst steht das Auswärtsspiel bei der Turnerschaft St. Tönis (27. April) an, ehe zum Abschluss der Saison, der Dünnwalder TV (6. Mai) zum Neusser Hammfeld anreist.

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