Saisonstart 2020 im Zeichen von Corona

(nhv/ME) Der Schatten von Covid19/Corona wird wieder dunkler und länger…. Aktuelle Entwicklungen und Daten der Institute und Behörden deuten darauf hin, dass nach den Schulferien neue Dynamik spürbar wird.

Stand 13.08.2020 0:00 haben wir in NRW 53.123 Fälle mit einer 7-Tage Inzidenz von 13,7 sowie einer Zunahme von 2460 Fällen (296,2 Fälle/100.000 Einwohner) in der letzten Woche. Im Vergleich dazu sind die Zahlen z.B. aus Sachsen-Anhalt deutlich geringer mit 2090 Fällen (94,6 Fälle/100.000 Einwohner) , einer 7-Tage-Inzidenz von 2,1 und einer Gesamtzahl von 2090 Infizierten. (Alle Zahlen Quelle: RKI)

Wir sind alle müde diese Statistiken zu interpretieren bzw. überhaupt zu verstehen – fest steht aber, dass NRW und Bayern die beiden Spitzenplätze in den Fallzahlen darstellen.

Etwas weiter in die Karte hineingezoomt kommen wir zum Rhein-Kreis Neuss mit 990 Fällen und 219,5 Fällen/100.000 Einwohner und haben im Norden in Duisburg bereits eine Region mit deutlich schlechteren Zahlen von 2162 Fällen und 433,6 Fällen/100.000 Einwohner.

Aufgrund der Ligazusammenstellungen sind wir fast in allen Jugendklassen überregional im Einsatz und haben dadurch deutlich größere Kreise und es wird sicher schwieriger bei potentiellen Covid19-Fällen die Nachverfolgung zu gestalten. Die Gefahr der Verbreitung in unserem Sportumfeld bekommt einfach eine höhere Dynamik und Brisanz.

Nun kam vom Spielleiter der Regionalliga eine Umfrage von HVM und HVN auf den Tisch, in der die Meinung der Vereine zu einem späteren Start der Saison auf vorerst! Oktober.

Der Neusser Handballverein e.V. hat dies befürwortet.
Dies betrifft jedoch in dieser Umfrage nur die RLNR Senioren.
Begrüßenswert wäre hier ein einheitliches und schnelles Handeln über Verbandsgrenzen und Kreise hinweg. Bitte nicht wieder die Salamitaktik vom März als es darum ging, wie und wann man die Saison vorzeitig beendet.

Derzeit sehen wir dazu noch massive Probleme bei der Umsetzung der CoronaSchuVO:

30 Aktive plus Zuschauer bei strikten Trennungen und Einhaltung der Abstands- und Maskenregeln. Wie soll das z.B. an einem Spieltag mit 3 Jugendklassen und einem Seniorenspiel aussehen? Die 30 Aktiven dürfen sich in keinem Fall mit den Zuschauern bzw. Gästen mischen. Dazu gilt eine detaillierte Nachverfolgungspflicht, die sowohl vor Ort beim Einlass als auch in der Verwaltung nicht unerhebliche Ressourcen bindet. Die Reinigung der Sanitäreinrichtungen, die Leerzeiten bei Mannschaftswechsel in den Kabinen und – im Falle des Hammfelds derzeit ein sehr immanentes Thema – die Durchlüftung bzw. der damit verbundene und für die Minderung der Infektionsgefahr unabdingbare Luftaustausch.

Die Liste der Unklarheiten und Probleme lässt sich im Detail leicht verlängern und macht dann auch sehr deutlich, dass sehr viele ehrenamtliche Freiwillige zur Durchsetzung der Ordnung und der Abläufe vonnöten sind. Aber auch dort fallen Risikogruppen aus und schmälern die Ressourcen weiter.

Ein verantwortlicher Umgang mit der CoronaSchuVO und ein Abgleich mit der Situation in den Schulen sowie den o.g. Zahlenwerken lässt bis zum Jahresende wenig Grund zur Hoffnung wir könnten eine Saison mit halbwegs normalen Abläufen erwarten.

Daher bleibt es beim Neusser Handballverein e.V. zunächst dabei Spiele nur ohne Zuschauer stattfinden zu lassen. Dies gebietet die gemeinsame Verantwortung diese Pandemie mit vereinten Kräften einzudämmen.

2 comments

  1. Volle Zustimmung. Danke für die offenen direkten und ehrlichen Worte. Wir alle lieben den Handball und seine Community, aber wir sollten hier Kopf vor Herz walten lassen. Tolle Einstellung die ich absolut teile.
    Traurig ist nur, dass Verantwortliche aller Verbände Nicht den arsch in der Hose haben um mal selber und schnell eine verantwortungsvolle Entscheidung zu treffen bzw. das vereine erst so spät zu ihrer Einstellung und Meinung gefragt werden.
    Daher lieber Neusser: absolutes Verständnis und mein totaler Respekt für eure Entscheidung und Einstellung.
    Grüße
    Petzo

    1. Hallo Petzo, Dank Dir für Deinen Kommentar. Es ist nicht hinzunehmen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse durch Emotionen weggebügelt werden. Weitere Widersprüche in der CoronaSchuVO werden wir ebenfalls ansprechen. Die Verantwortung für die Gesundheit ist oberste Priorität. Mit sportlichen Grüßen Martin Eggert, Vorsitzender NHV

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