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Weibliche B-Jugend mit Achtungserfolg

Beim Tabellenzweiten TB Wülfrath überzeugte die weibliche B-Jugend trotz einer 20:13 (7:8) Niederlage. Mit einer couragierten Abwehrleistung stellten die Neusser Mädels den hohen Favoriten vor große Probleme und führte zur Halbzeit verdient mit 8:7 Toren. Bis zur 35 Minute konnten sie das Spiel sogar ausgeglichen gestalten. Dann machte sich jedoch der Kräfteverschleiß und die fehlenden Alternativen im Rückraum bemerkbar, sodass Wülfrath noch zu einfachen Toren kam. Für den NHV spielten Josefina und Franzi im Tor, Mia, Sheena, Judith, Agifatou, Selina (1), Laila (1), Wiktoria (1), Celine (1), Anna (3) und Mara (6).

Der Spitzenreiter wankte aber er fiel nicht gegen aufopferungsvoll kämpfende Neusserinnen

Der tosende Applaus am Ende der Partie, vermochte die unglücklich unterlegenen Neusserinnen nicht so recht zu trösten. 60 Minuten lang hatten die 1. Damen des Neusser HV, denen fast der gesamte etatmäßige Rückraum verletzt oder erkrankt fehlte, mit Herz und Leidenschaft aber auch unbändigem Willen, nicht nur den Spitzenreiter TB Wülfrath am Rande einer Niederlage, sondern die begeisterten Zuschauer im Neusser Hammfeld in ihren Bann gezogen. Diese fieberten mit, feuerten an und munterten ihr heimisches Team nach der unglücklichen 26:27 (15:14)-Heimniederlage mit ihrem Applaus wieder auf. Zu Recht, denn die Gastgeberinnen brachten den Spitzenreiter nicht nur in der famosen ersten Halbzeit ins Schwitzen. Sie blieben auch in der zweiten Halbzeit an den „Wombats“ dran, als diese zu enteilen drohten. Selbst ein Zwei-Tore-Rückstand, rund fünf Minuten vor Schluss, schreckte die Neusserinnen nicht. Auch kein verworfener Siebenmeter 90 Sekunden vor Schluss oder zwei Zeitstrafen und eine rote Karte. Der NHV verkürzte 30 Sekunden vor dem Ende auf 26:27, verteidigte erneut erfolgreich und kam zehn Sekunden vor dem Schlusspfiff erneut in Ballbesitz und zur Chance auf den Ausgleich. Doch es reichte nicht mehr, der letzte Pass wurde unterbunden. Danach mischte sich Trauer, aufgrund des verpassten Punktes aber wenig später bereits umso mehr Stolz über diese Energieleistung, unter die Neusserinnen. Diese gehen nun zwar mit einer Niederlage aber gestärkt in die Schlussphase der Oberliga Niederrhein, in der zunächst die schwere Auswärtsaufgabe beim heimstarken aber akut abstiegsgefährdeten TV Borken (Sonntag, 2. April 2017, 11.15 Uhr) auf dem Programm steht.

„Vor dieser Mannschaft ziehe ich alle Hüte dieser Welt am heutigen Nachmittag!“, sagte Trainer Christian Hentschel sichtlich zufrieden. Ohne Madita Schut, Sandra Höfig und nur mit einer angeschlagen mitwirkenden Kim Klause, fehlte den Neusserinnen ein Großteil des etatmäßigen Rückraums. Dafür verstärkten gleich fünf A-Jugendliche den Kader, die kurz zuvor bereits sechzig Minuten gegen den Haaner TV rackern mussten. Und die Partie begann so, wie es von den Beobachtern erwartet wurde. Der NHV tat sich schwer gegen die stärkste Defensive der Liga, zu guten Chancen zu kommen. Ganze viereinhalb Minuten benötigten die Gastgeberinnen für ihren ersten Treffer. Da hatten die „Wombats“ bereits zwei Mal eingenetzt und beeindruckten mit ihrer Wucht im Angriff und Kompromisslosigkeit in der Abwehr. Auch nach rund zehn Minuten, als Neuzugang Luisa Kieckbusch auf 4:6 erhöhte, deutete erst einmal nichts auf den weiteren Verlauf hin. Doch auch in das Angriffsspiel der Gäste mischten sich zunehmend Fehler. Fehler, die von der immer besser postierten Abwehr der Neusserinnen auch erzwungen wurden, die fortan die wuchtige Daria Blume und später auch Stefanie Hinnerkott in Manndeckung nahmen. Der NHV nutzte die Nachlässigkeiten und glich zunächst zum 6:6 (13. Minute) aus, um beim 8:7 (16.) erstmals selbst in Führung zu gehen. Und diese Führung gaben sie bis zur Pause nicht mehr her. „Leider haben wir es verpasst, nach dem 14:11, weiter zu erhöhen. Da sind wir konditionell bereits an Grenzen gekommen, weil wir einen immensen Aufwand betreiben mussten“, sagte Hentschel. Der TBW nutzte seinerseits die Schwächephase und verkürzte noch bis zur Pause auf 15:14.

„Wir waren schon zur Halbzeit echt fertig! Aber wir haben auch an eine Überraschung geglaubt und die wollten wir uns nicht nehmen lassen!“, sagte die spielende Co-Trainerin Kim Klause über ihren Eindruck in der Kabine. Zwar legte wiederum der TBW den besseren Start hin und drehte erneut die Führung in dieser Partie zu ihren Gunsten aber die Gastgeberinnen blieben hartnäckig an den „Wombats“ dran. Es entwickelte sich ein harter Kampf um jeden Ball und Zentimeter auf dem Feld, in dem die Kontrahentinnen robust zu Werke gingen. Wülfrath baute seinen Vorsprung erstmals in der 38. Minute wieder auf zwei Zähler aus, den der NHV mit dem Ausgleich zum 20:20 beantwortete (42.). Das Team von Trainer Lars Faßbender zog erneut mit zwei Treffern davon und hielt diesen Vorsprung bis zum 25:27 (56.). Jetzt überschlugen sich die Ereignisse. Erst kassierte Alina Neuer eine Zeitstrafe, dann verwarf der NHV einen Siebenmeter. Die Gastgeberinnen schienen bereits sicher auf der Verliererstraße gelandet zu sein, obwohl Annika Honnef, nach offener Manndeckung, zum 26:27, rund dreißig Sekunden vor dem Ende verkürzte. Jetzt hielt Jule Sorg im Tor des NHV, die sich im Laufe des Spiels deutlich zu steigern wusste, ihre Farben genauso im Spiel, wie zuvor Sabine Nassenstein beim TBW. Wieder hielt Wülfrath alle Karten in der Hand, als Lea Schlosser, nach einem unglücklichen „Wischer“ ins Gesicht von Daria Blume, die rote Karte sah. Es waren nur noch 23 Sekunden auf der Spieluhr. Der NHV blieb in der Manndeckung und verleitete doch noch eine Wülfratherin zum riskanten Anspiel, der prompt in den Händen der Gastgeberinnen landete. Der folgende Gegenstoß, mit verbleibenden sieben Sekunden, fand jedoch keinen Abnehmer mehr und der letzte Wurf endete im Block der Gäste, die sich über den Sieg freuen durften. „Mein Kollege wird mir nicht böse sein, wenn ich behaupte, dass der Sieg letztlich glücklich war und ein Remis gerechter gewesen wäre. Aber auch die Niederlage ändert nichts an der hervorragenden Willensleistung meiner Mädels, die sich den Respekt und die Anerkennung der Fans verdient haben!“, sagte Trainer Christian Hentschel mit gemischten Gefühlen und weiter: „Vielleicht weckt es in uns die Gier und den Trotz, nun in Borken das nachzuholen, was wir heute Nachmittag verpasst haben!“

Gelitten und gekämpft – Neusser Damen verlieren hoch und gewinnen doch

Manchmal verliert man und kann trotzdem mit erhobenem Kopf die Arena verlassen. Eine solche Niederlage steckten am heutigen Samstagabend die 1. Damen des Neusser HV beim 38:26 (15:13) in Wülfrath ein. Der weiterhin verlustpunktfreie Tabellenführer der Oberliga Niederrhein rieb sich wohl verwundert die Augen, als die Neusserinnen mit nur sieben Feldspielerinnen aufliefen und die Verwunderung stieg noch mehr, als diese sich über mehr als fünfzig Minuten standhaft wehrten. Erst als die Kräfte nachließen und der TBW von seinem breiten Kader an diesem Abend profitierte, setzten sich die Gastgeberinnen noch mit mehreren Toren ab. Trotzdem – die Punkte blieben zwar in der Wülfrather Fliethe, die Herzen eroberten an diesem Abend aber die kämpferischen Damen des Neusser HV.

„Ich kann mich nicht erinnern, einmal mit zwölf Toren verloren zu haben und trotzdem mit großem Stolz auf mein Team zurückzublicken und so etwas wie Zufriedenheit zu verspüren“, sagte Trainer Christian Hentschel verwundert. Nicht nur beim Blick auf den eigenen, schmalen Kader beschlichen den Coach vor dem Anwurf große Sorgen, sondern erst Recht beim kurzen Blick auf des Gegners Hälfte. Nicht nur die Anzahl, sondern vor allem die körperliche Überlegenheit der Wülfratherinnen, ließen das Kopfzerbrechen größer werden, wie man dem Druck standhalten könnte. Ob nun der Gegner die Neusserinnen doch etwas unterschätzte oder nicht, die Gäste waren von Beginn an im Spiel. Nach dem 1:2 (5. Minute) übernahmen zwar zunächst die „Wombats“ das Kommando, der NHV hielt aber mit Leidenschaft und spielerischen Akzenten dagegen. Nur die Abwehr konnte die Wucht der Gastgeberinnen nicht immer Stand halten, sodass nach dem 6:5 (10.), der TBW bis auf 17:12 (25.) enteilte. Wiederum hielten die Neusserinnen dagegen, legten „noch mehr ihr Herz in die Waagschale“ (O-Ton Hentschel) und verkürzten bis zur Pause auf 18:15.

Während der Neusser Coach zufrieden zum Kabinengespräch ging, wirkte TBW-Trainer Lars Faßbender angefressen. Mit einer offensiveren Ausrichtung seiner Defensive, versuchte er das Neusser Kombinationsspiel einzudämmen, die sich aber auch nach dem Pausentee zunächst nicht beeindrucken ließen. Bis zur 42. Minute hielt der NHV seine Farben im Spiel, als Jacky Sorg letztmalig auf vier Tore verkürzte (24:20). Kurz zuvor hatte Madita Schut einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen, der sie zunehmend behinderte. „Leider hatten wir gerade für den Rückraum keine Wechseloption und Madita musste auf die Zähne beißen“, sagte der Trainer der Neusserinnen noch immer mitleidend. Die Folge – der TB Wülfrath zog erneut davon und stellte das Ergebnis beim 27:20 (45.), erstmals auf sieben Tore vor. Noch einmal bissen sich die Gäste ins Spiel und schafften den Abstand zu halten, ehe ab der 53. Minute (31:24) zusehends die Kräfte schwanden. Mit einem 7:2-Lauf rannten die, nun vom breiten Kader profitierenden Gastgeberinnen, dem erwarteten Sieg entgegen. „Jede einzelne Spielerin verdient nicht nur heute Abend großen Respekt! Sie haben sich mit allem, was ihnen zur Verfügung steht, gegen diese Niederlage gestemmt und dabei über weite Strecken ein gutes Spiel geliefert. Ungemein diszipliniert und vor allem mit großem Herzen! Dieses große Herz für dieses Team wünsche ich mir auch, dass es ihnen entgegen gebracht wird, wenn wir an die kommenden Partien denken, in denen dieser Abnutzungskampf von heute, eine Ausnahme bleiben muss!“, sagte der Trainer dankbar aber auch kritisch.

Am kommenden Sonntag (4. Dezember 2016, 16 Uhr, Hammfeld) erwarten die Neusserinnen den TV Borken. In diesem direkten Duell gegen den Aufsteiger, das wichtige Punkte für den Klassenerhalt bereit hält, hoffen die Gastgeberinnen nicht nur auf die zahlreiche Unterstützung der Neusser Zuschauer und Zuschauerinnen, sondern auch wieder auf die Unterstützung aus dem eigenen Nachwuchs.